Minister würdigt Sieger-Teams
Magdeburg, 11. Juni 2026
Exzellente Forschung mit Mehrwert: Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute die Preisträgerinnen und Preisträger des „Hugo-Junkers-Preises 2026“ ausgezeichnet. Die siegreichen Projekte in Forschung und Innovation verbinden wissenschaftliche Spitzenleistungen mit klarem Anwendungsbezug – und eröffnen dadurch neue Perspektiven für Gesundheit, Wirtschaft und Klimaschutz. Beim Event im Magdeburger Jahrtausendturm durften sich die klugen Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft auch über Preisgelder in Höhe von insgesamt 80.000 Euro freuen.
Der höchstdotierte Innovationspreis des Landes wurde in vier Kategorien vergeben – von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie einem Sonderpreis für Projekte zur Anpassung an den Klimawandel. Pro Kategorie wurden je drei Preise verliehen; die begehrten 1. Plätze gingen an:
- die Universität Halle in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle (Kategorie „Grundlagenforschung“)
- den Medizintechnik-Forschungscampus STIMULATE der Universität Magdeburg (Kategorie „Angewandte Forschung“)
- die Laempe Mössner Sinto GmbH (Kategorie „Produkte, Dienstleistungen & Geschäftsmodelle“)
- das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme (Sonderpreis „Projekte zur Anpassung an den Klimawandel“).
Willingmann betonte: „Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie aus exzellenter Forschung konkrete Lösungen entstehen, die unser Leben verbessern können. Gerade in herausfordernden Zeiten sind es solche Entwicklungen, die Mut machen und Perspektiven eröffnen. Sachsen-Anhalt ist ein Land der Innovationen – an unseren Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ebenso in Unternehmen. Innovation braucht dabei das enge Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft, damit Ideen zügig in die Praxis kommen und echten gesellschaftlichen Nutzen entfalten können.“
Willingmann unterstrich in diesem Zusammenhang auch die große Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit: „Eine freie Wissenschaft gehört zu den zentralen Fundamenten unserer demokratischen Gesellschaft. Wer Einfluss auf Forschung nehmen und Wissenschaftler am Gängelband führen will, darf sich nicht wundern, wenn kluge Köpfe das Land verlassen und gesellschaftlicher Fortschritt erodiert. Daher arbeiten wir dafür, dass Sachsen-Anhalt weiterhin ein attraktiver, freier und weltoffener Wissenschaftsstandort bleibt. An den Hochschulen in Sachsen-Anhalt wird es auch weiterhin möglich sein, Forschungsfragen eigenständig zu wählen, Erkenntnisse offen zu formulieren – auch dann, wenn sie unbequem sind. Denn wir wollen auch künftig großartige Leistungen mit unserem Hugo-Junkers-Preis auszeichnen.“
Die heute ausgezeichneten Projekte stehen für die Leistungsfähigkeit des Innovationsstandorts Sachsen-Anhalt und zeigen zudem, dass der Transfer von Forschung in die Praxis stärker in den Mittelpunkt rückt. Dies würdigte auch die unabhängige Jury unter Vorsitz des Prorektors für Forschung und Chancengleichheit an der Hochschule Harz, Prof. Dr. Frieder Stolzenburg. In diesem Jahr habe neben dem hohen Innovationsgrad der Bewerbungen vor allem die starke gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz der Forschungsprojekte überzeugt. Dies sei ein klarer Beleg dafür, dass in Sachsen-Anhalt Innovation nicht nur zu Zeiten von Hugo-Junkers groß geschrieben wurden, sondern dass auch heute viele kluge Köpfe erfolgreich in die Fußstapfen des Dessauer Flugzeug-Pioniers treten.
Die Bandbreite der siegreichen Projekte ist groß: Sie eröffnen einerseits neue diagnostische und therapeutische Ansätze in der Medizin, etwa um schwere Erkrankungen wie Alzheimer oder Krebs künftig deutlich früher zu erkennen und wirksamer zu behandeln. Andererseits zeigen auch hochmoderne Medizintechnik für MRT-Systeme der Zukunft, innovative industrielle Produktionsverfahren in der Gießereiindustrie oder neuartige Lösungen für effizientere Energiespeicher, dass mit Forschung „made in Sachsen-Anhalt“ zu rechnen ist. Durch den „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ würdigt das Land seit vielen Jahren herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen und macht sichtbar, welchen Beitrag Innovationen aus Sachsen-Anhalt zur Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben leisten können.
HJP 2026 | Die Siegerprojekte in der Übersicht
Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“
- Platz 1 (10.000 Euro): KI-unterstütztes Metaboliten-Fingerprinting zur Vorhersage der Wirkmechanismen neuer Anti-Krebs-Wirkstoffe;
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie, Halle (Saale) und Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Informatik, AG Bioinformatik
Pflanzen, Pilze und Bakterien produzieren zahlreiche Naturstoffe, die den Zellstoffwechsel bis hin zum Zelltod beeinflussen und daher vielversprechende Kandidaten für neue Krebsmedikamente sind. Ihre pharmazeutische Entwicklung wird jedoch durch die aufwendige und kostenintensive Aufklärung der Wirkmechanismen erschwert. Zur frühzeitigen Bewertung kombinierten die Forschenden gerichtete Metabolomik – zur Erfassung charakteristischer Wirkstoff-Fingerabdrücke – mit trainierten Machine-Learning-Methoden. Dadurch lässt sich die Wirkungsweise neuer Antikrebswirkstoffe schnell und präzise vorhersagen.
- Platz 2 (7.000 Euro): beta-Synuclein im Blut zur Frühdiagnostik der Alzheimer-Erkrankung und von Schlaganfällen;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Neurologie und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V.
Neurologische Funktionsausfälle wie Gedächtnisstörungen und Lähmungen entstehen durch den Verlust synaptischer Verbindungen, etwa bei Alzheimer oder Schlaganfall. Frühzeitige Blutmarker für synaptische Schäden fehlen bislang. Das neu entwickelte Verfahren ermöglicht erstmals die Messung des synaptischen Proteins beta-Synuclein im Blut. Dessen Konzentration korreliert beim Schlaganfall mit dem Ausmaß des Schadens und steigt bei Alzheimer bereits in sehr frühen Krankheitsstadien, teils Jahre vor Symptombeginn. Der Marker erlaubt somit eine frühe Diagnostik und unterstützt die Entwicklung wirksamer Therapien im Frühstadium. Die Methode ist patentiert; eine Ausgründung befindet sich im Aufbau.
- Platz 3 (3.000 Euro) Entwicklung eines Moos-Photobioreaktors zur Saatgutbereitstellung auf wiedervernässten Moorflächen;
Hochschule Anhalt – Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik
Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, setzen jedoch nach Entwässerung erhebliche CO₂-Emissionen frei. Die Wiedervernässung kann die Emissionen deutlich reduzieren, erfordert jedoch die gezielte Ansiedlung von Torfmoosen, für welche bislang effiziente Verfahren zur großskaligen Bereitstellung fehlen. Das Projekt-Team entwickelte einen Photobioreaktor zur kontrollierten, kostengünstigen Anzucht und Ernte von Torfmoosen im technischen Maßstab. Das hochwertige Saatgut kann neben der Renaturierung von Mooren auch als nachhaltiger Torfersatz im Gartenbau dienen. Die Low-Cost-Technologie unterstützt zudem den Umstieg auf Paludi-Kultur, also die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorflächen.
Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“
- Platz 1 (10.000 Euro): Scanatiq – kabellose Magnetresonanztomografie (MRT)-Spulen;
Forschungscampus STIMULATE, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Scanatiq ist eine neuartige Spulentechnologie für die Magnetresonanztomografie (MRT), welche die medizinische Bildgebung effizienter und zugänglicher macht. Die Spule wird direkt am Körper platziert und ist entscheidend für die Signalaufnahme und Bildqualität. Scanatiq-Spulen sind kompakt, flexibel und im Vergleich zu bisherigen Spulen kabellos. Sie lassen sich so schnell positionieren, was Abläufe vereinfacht, beschleunigt und den Komfort für Patienten erhöht. Die Technologie basiert auf patentierten Resonatoren und liefert eine hohe Bildqualität bei reduzierter Komplexität. Sie ist mit bestehenden MRT-Systemen kompatibel und kommt ohne zusätzliche Hardware aus. Ziel ist es, Kosten zu senken und die Verfügbarkeit moderner Diagnostik zu verbessern.
- Platz 2 (7.000 Euro): Neue Krebstherapien durch zielgerichtete Inhibition RNA-bindender Proteine;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsmedizin Halle, Institut für Molekulare Medizin, Institut für Pharmazie
Bestimmte RNA-bindende Proteine, insbesondere die Insulin-like Growth Factor 2 mRNA Binding Proteins 1 (IGF2BP1), kommen vermehrt in Krebszellen vor und fördern die Entstehung sowie das Wachstum von Tumoren. Damit bieten sie einen vielversprechenden Ansatzpunkt für neue zielgerichtete Therapien. Auf Grundlage moderner Methoden, darunter KI-gestützte Analysen von Proteinstrukturen, wurden erstmals gezielte Wirkstoffe gegen IGF2BP1 entwickelt und patentiert. Präklinische Studien in Tiermodellen und patientennahen Tumormodellen zeigen ein hohes therapeutisches Potenzial. Die Weiterentwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit einem internationalen Pharmaunternehmen.
- Platz 3 (3.000 Euro): Thermoplastic Sandwich Moulding Technology;
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und ThermHex Waben GmbH
Die „Thermoplastic Sandwich Moulding Technologie“ ermöglicht erstmals die automatisierte Serienfertigung leichter und stabiler Sandwichbauteile aus thermoplastischen Materialien. Halbzeuge mit Wabenkern und verstärkten Deckschichten werden dabei in sehr kurzen Zykluszeiten geformt und weiterverarbeitet. Die Bauweise erlaubt Gewichtseinsparungen von bis zu 50 Prozent, senkt Material- und Energieeinsatz und ist vollständig recyclingfähig. Damit bietet die Technologie großes Potenzial für eine nachhaltigere Produktion, insbesondere im Fahrzeugbau.
Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen & Geschäftsmodelle“
- Platz 1 (10.000 Euro): Innovative 3D-Druck-Technologie zur automatisierten Sandkernherstellung für die Gießereiindustrie;
Laempe Mössner Sinto GmbH
Der L3D200 ist ein industrieller 3D-Sanddrucker für die Gießereiindustrie, der die Herstellung von Formen und Kernen grundlegend neu organisiert. Er erzeugt Bauteile direkt aus digitalen Daten – werkzeugfrei, ohne Rüstzeiten und mit hoher Gestaltungsfreiheit. Durch schnelle, automatisierte Prozesse und integrierte Qualitätskontrollen ermöglicht das System eine präzise Serienfertigung im Minutentakt. Der L3D200 kombiniert additive Fertigung mit industrieller Skalierbarkeit und reduziert Aufwand, Kosten und Komplexität in der Produktion. Damit trägt die Technologie dazu bei, Gießereiprozesse effizienter, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten.
- Platz 2 (7.000 Euro): Integrale Carbon-Kurzschnittfasern zur Bewehrung von Ultrahochleistungsbeton;
newcycle GmbH
CBAR® ist eine speziell veredelte Carbon-Kurzschnittfaser für den Einsatz in Beton, die bestehende Bauwerke verstärkt und ihre Lebensdauer deutlich verlängert. Eingebettet in ultrahochfesten Beton verbessert das Material die mechanischen Eigenschaften erheblich, insbesondere die Biegezugfestigkeit. Durch eine optimierte Oberflächenstruktur kann ein hoher Faseranteil erreicht werden, wodurch neue Materialeigenschaften entstehen. CBAR® ermöglicht die nachhaltige Sanierung von Infrastruktur wie Brücken, Parkhäusern oder Industrieflächen – schneller, ressourcenschonender und ohne aufwendigen Neubau.
- Platz 3 (3.000 Euro): Röntgen-Kollimatorsystem für Krebsoperationen;
RAYDIAX GmbH
Das Röntgen-Kollimatorsystem ist eine Medizintechnologie zur präzisen Steuerung von Röntgenstrahlen bei minimal-invasiven Eingriffen. Es fokussiert die Strahlung gezielt auf das relevante Operationsgebiet, statt den gesamten Körperbereich zu erfassen, und reduziert so die Strahlenbelastung deutlich. Kern des Systems ist das Zusammenspiel aus hochdynamischer Mechanik, schneller Blendensteuerung und intelligenter Software zur Bildrekonstruktion. Die Technologie erhöht die Sicherheit für Patienten und Patientinnen sowie Personal und ermöglicht effizientere Eingriffe sowie höhere Behandlungskapazitäten.
Sonderpreis „Innovativste Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel“
- Platz 1 (10.000 Euro): CoSeCats – ein skalierbares, lastflexibles Katalysator-Reaktor-System für die chemische Speicherung erneuerbarer Energie;
Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg
CoSeCats ist ein skalierbares Katalysator-Reaktorsystem zur chemischen Speicherung erneuerbarer Energie. Es kommt in Power-to-X-Anlagen zum Einsatz, die Strom aus Wind und Sonne in speicherbare chemische Energieträger umwandeln. Kern der Technologie ist ein Kern-Schale-Katalysator, der Stofftransport und Temperatur im Reaktor gezielt reguliert und Überhitzung verhindert. So können Anlagen auch bei schwankender Auslastung stabil und effizient betrieben werden. Digitale Modelle unterstützen die Prozesssteuerung und optimieren den Betrieb.
- Platz 2 (7.000 Euro): Energieeffiziente und CO2-arme Lohngranulation und -trocknung aus Sachsen-Anhalt;
IPT Pergande GmbH
Die energieeffiziente und CO₂-arme Lohngranulation und -trocknung ist ein vernetztes Produktionskonzept für die chemische Prozessindustrie. Es koppelt Granulations- und Trocknungsprozesse mit einer intelligenten Nutzung von Abwärme, sodass Energie mehrfach verwendet wird. Durch die standortweite Verknüpfung von Wärmequellen und -senken sinken Energiebedarf und Emissionen deutlich. Gleichzeitig werden Prozesse stabiler und wirtschaftlicher. Die Technologie ermöglicht eine ressourcenschonende Herstellung chemischer Produkte und trägt zur Reduktion fossiler Energie sowie zur Verbesserung der Klimabilanz industrieller Produktion bei.
- Platz 3 (3.000 Euro): Regionale Produktion von Baustoffen aus Nutzhanf;
Hanffaser Geiseltal eG
Die regionale Produktion von Baustoffen aus Nutzhanf ist ein nachhaltiges Konzept für die Bauwirtschaft. Dabei wird Hanfstroh aus der Region in einem Aufschlussverfahren zu technischen Fasern verarbeitet, die als Grundlage für biobasierte Baustoffe dienen. Die Materialien kommen ohne schadstoffintensive Zusätze aus, benötigen weniger Energie in der Herstellung und sind recycelbar. Gleichzeitig stärkt das Modell regionale Wertschöpfungsketten – von der Landwirtschaft bis zur Produktion – und bietet eine ressourcenschonende Alternative zu konventionellen Baustoffen.
Für Updates und Blicke hinter die Kulissen des Wettbewerbs gibt es eine Fokusseite auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/showcase/hugo-junkers-preis-für-forschung-und-innovation.
auf dem Weg zur Preisverleihung am 11.Juni 2026 in Magdeburg
Magdeburg, 11. März 2026
Wer am Ende am 11. Juni im Jahrtausendturm in Magdeburg mit einem HJP geehrt wird, weiß unter anderem Prof. Dr. Frieder Stolzenburg. Er hat in diesem Jahr erstmals den Vorsitz der Jury übernommen. Sein Fazit zur Entscheidungsfindung: „Es fiel uns nicht leicht, denn die Qualität der eingereichten Bewerbungen war durchweg beeindruckend und thematisch äußerst vielfältig. Das zweistufige Bewertungsverfahren, bei dem jedes Jury-Mitglied zunächst sein Ranking für die vier Preiskategorien erstellte, erwies sich dabei als sehr hilfreich. In der abschließenden Diskussion war es in vielen Fällen dennoch ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen.“
Bis zur Preisverleihung bleibt es nun spannend. Videodrehs, die Erstellung einer Dokumentation und natürlich die Planung der finalen Veranstaltung stehen auf dem Programm. Stolzenburgs Rat an die Finalisten, um die Wartezeit zu überbrücken: „Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Forschung, Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt konsequent weiterzuentwickeln. So bleibt Sachsen-Anhalt innovativ und gut gerüstet für die Herausforderungen unserer Zeit.“
Finalisten-Pitches beim Hugo-Junkers-Preis 2026
Halle (Saale), 12. November 2025
Der Zeitplan war straff und die Aufregung spürbar, als am 11. November die Jury des Hugo-Junkers-Preises (HJP) zur letzten Sitzung vor der Preisvergabe zusammenkam. Wieder einmal bot der Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) die würdige Kulisse für die Live-Pitches der aktuellen Finalisten.
In 15 Minuten galt es, die Juroren zu überzeugen, dass die Einreichungen nicht nur preisverdächtig waren, sondern eine Platzierung verdient hatten. Einige Teilnehmende nahmen für diese Gelegenheit besonders weite Wege in Kauf. „Ich bin gestern extra aus den USA angereist, damit ich diesen Pitch hier geben kann“, sagte Dr.-Ing. Ronny Tobias Zimmermann. Der HJP sei für ihn eine einmalige Chance, die er nutzen wollte.
Premieren und Wiederholungen
Zimmermann und sein Team vom Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme treten zum ersten Mal im Wettbewerb an. Beworben haben sie sich in der Sonderkategorie Klimawandel mit einem Katalysatorkonzept, das es ermöglicht, erneuerbare Energien lastflexibel zu nutzen. „Unsere Idee ist am Computer entstanden und wurde über fünf bis sechs Jahre weiterentwickelt, bis sie nun kurz vor der industriellen Anwendung steht“, so der Wissenschaftler. „Mit dem Preis hoffen wir auf die nötige Publicity, um einen Partner für die Umsetzung zu finden.“
Für andere Teilnehmende wie Prof. Dr.-Ing. Ayoub Al-Hamadi war die Teilnahme keine Premiere. Der heutige Leiter des Fachgebietes Neuro-Informationstechnik gewann den HJP 2014 in der Kategorie Angewandte Forschung. Warum er wieder dabei ist? „Derzeit gibt es zahlreiche Belege, die zeigen, wie relevant die Ergebnisse aus unserem Projekt RoboSensation bereits sind. Genau deshalb wollten wir die Chance nutzen und uns erneut bewerben“, sagte Al-Hamadi nach seinem Pitch.
Forschung sichtbar machen
Er ist überzeugt, der HJP schafft in Sachsen-Anhalt eine starke Sichtbarkeit. „Für die Wissenschaft ist es entscheidend, alle verfügbaren Kanäle zu nutzen – sei es für die Nachwuchsgewinnung oder zur Gewinnung von Industriepartnern. Forschungspreise sind dabei ein wichtiger Weg, weil sie wissenschaftliche Leistungen einem größeren Publikum zugänglich machen und so gesellschaftliche Anerkennung schaffen.“
Regionale Innovation und nachhaltige Wertschöpfung in Sachsen-Anhalt
Auf diesen Effekt setzen auch Ria Elstner und Dr.-Ing. Susanne Bartholomé von der Hanffaser Geiseltalsee eG. Aktuell bauen sie in Mücheln am Geiseltalsee eine Produktionsstätte für Hanfbaustoffe auf. „Wir schaffen eine Wertschöpfungskette im südlichen Sachsen-Anhalt, von der Landwirte profitieren und landwirtschaftliche Dienstleister neue Geschäftsfelder finden“, sagte Ria Elstner. Ihr spezielles Produktionsverfahren optimiere den Faseraufschluss der Pflanze, sichere so ein bereits bestehendes Produktportfolio und ermögliche gleichzeitig noch viel Innovation. „Und das Ganze aus Rohstoffen, die komplett ohne Polymer und Plaste auskommen“, so die Ingenieurin.
Eine Selbstverständlichkeit war die Bewerbung beim HJP für das Team jedoch nicht. „Ich stehe Wettbewerben durchaus kritisch gegenüber“, sagte Susanne Bartholomé. Es sei immer eine Frage von Aufwand und Nutzen, insbesondere, wenn man sich gerade im Unternehmensaufbau befinde. „Aber es ist für uns als junges Unternehmen auch wichtig, dass wir noch mal eine andere Reichweite bekommen, die wir selbst gar nicht generieren könnten. Wir bekommen beim HJP eine ganz neue Plattform.“ Für sie sei es schon ein Erfolg, unter den Finalisten zu sein.
Jury zieht Bilanz: Hohe Qualität, spannende Entscheidungen
Wer am Ende mit einem HJP geehrt wird, weiß unter anderem Prof. Dr. Frieder Stolzenburg. Er hat in diesem Jahr erstmals den Vorsitz der Jury übernommen. Sein Fazit zur Entscheidungsfindung: „Es fiel uns nicht leicht, denn die Qualität der eingereichten Bewerbungen war durchweg beeindruckend und thematisch äußerst vielfältig. Das zweistufige Bewertungsverfahren, bei dem jedes Jury-Mitglied zunächst sein Ranking für die vier Preiskategorien erstellte, erwies sich dabei als sehr hilfreich. In der abschließenden Diskussion war es in vielen Fällen dennoch ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen.“
Bis zur Preisverleihung im Juni 2026 bleibt es nun spannend. Videodrehs, die Erstellung einer Dokumentation und natürlich die Planung der finalen Veranstaltung stehen auf dem Programm. Stolzenburgs Rat an die Finalisten, um die Wartezeit zu überbrücken: „Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Forschung, Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt konsequent weiterzuentwickeln. So bleibt Sachsen-Anhalt innovativ und gut gerüstet für die Herausforderungen unserer Zeit.“
„Hugo-Junkers-Preis 2026“ nimmt Fahrt auf: 20 Nominierte stehen in nächster Runde
Magdeburg, 08. September 2025
Wer beim Lotto die richtigen „6 aus 49“ tippt, hat das große Los gezogen – in Sachsen-Anhalts Innovationslandschaft sorgt jetzt „20 aus 74“ für Freude. Die Jury hat in ihrer Sitzung am 04. September 2025 - 20 Nominierte aus insgesamt 74 Bewerbungen ausgewählt. Erfolgreiche Bewährungsprobe war die Auftaktrunde auch für den neuen Juryvorsitzenden, Prof. Dr. Frieder Stolzenburg: Der Prorektor für Forschung und Chancengleichheit an der Hochschule Harz hat das Amt von der ehemaligen Leiterin des Magdeburger Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Prof. Julia Arlinghaus übernommen, die im Sommer an die Universität St. Gallen berufen wurde.
Die 20 Nominierten können ihre Ideen am 11. November 2025 persönlich der Jury vorstellen; dann werden die Finalisten ausgewählt. Die Siegerinnen und Sieger des „Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ erhalten ihre Auszeichnung am 11. Juni 2026 durch Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann in Magdeburg. Er sagt: „In Sachsen-Anhalt lernen Ideen fliegen. Ich bin schon gespannt, mit welch tollen Projekten die Gewinnerinnen und Gewinner in die Fußstapfen des Dessauer Flugzeugpioniers Hugo Junkers treten wollen.“
Der höchstdotierten Innovationspreis des Landes wird seit 1998 vom Land ausgelobt, aktuell alle zwei Jahre vergeben und ist mit 80.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden in vier Kategorien zukunftsweisende Projekte der Grundlagenforschung, exzellente Vorhaben aus angewandter Forschung, innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle sowie wegweisende Vorhaben zur Anpassung an den Klimawandel.
Die Nominierten:
Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“
- „Schnelle und hochspezifische Diagnostik von Viren und Bakterien mittels Massenspektrometrie mit automatisierter Probenvorbereitung“;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg - „Kinetochor-Manipulation und Hitzestress zur Erzeugung haploider Pflanzen“;
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK Gatersleben - „KI-unterstütztes Metaboliten-Fingerprinting zur Vorhersage der Wirkmechanismen neuer Anti-Krebs-Wirkstoffe“;
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle (Saale) - „Entwicklung eines Moos-Photobioreaktors zur Saatgutbereitstellung auf wiedervernässten Moorflächen“;
Hochschule Anhalt - „beta-Synuclein im Blut zur Frühdiagnostik der Alzheimer-Erkrankung von Schlaganfällen“;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“
- „Neue Krebstherapien durch zielgerichtete Inhibition RNA-bindender Proteine“;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg - „Thermoplastic Sandwich Moulding Technology“;
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS Halle (Saale) - „Cochlea-Implantat Simulationen: Elektrische Stimulation hörbar gemacht“;
Universitätsmedizin Halle (Saale) - „Scanatiq“ kabellose Magnetresonanztomografie (MRT)-Spulen;
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Forschungscampus STIMULATE - „RoboSensation“ multimodale KI zur Erkennung von Sprache, Mimik, Gestik, Vitalparametern;
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“
- „Röntgen-Kollimatorsystem für Krebsoperationen“;
RAYDIAX GmbH, Magdeburg - „Innovative 3D-Druck-Technologie zur automatisierten Sandkernherstellung für die Gießereiindustrie“;
Laempe Mössner Sinto GmbH, Barleben OT Meitzendorf - „Digitales Buchungssystem für Hochschulen“;
UniNow GmbH, Magdeburg - „Integrale Carbon-Kurzschnittfasern zur Bewehrung von Ultrahochleistungsbeton“;
newcycle GmbH, Sangerhausen - „ScanExpress – mobiles, industrielles CT-System zur zerstörungsfreien Prüfung von Bauteilen“;
Microvista GmbH, Blankenburg
Sonderpreis „Innovativste Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel“
- „Regionale Produktion von Baustoffen aus Nutzhanf“;
Hanffaser Geiseltal eG, Mücheln - „Biodiversitätsfreundliche Agriphotovoltaik-Anlage“;
Hochschule Anhalt - „Energieeffiziente und CO2-arme Lohngranulation und -trocknung aus Sachsen-Anhalt“;
IPT Pergande GmbH, Südliches Anhalt- OT Weißandt-Gölzau - „BIOTUBES – lebende Materialien aus Pilzen, Bakterien und Algen wachsen direkt in komplexen 3D-Strukturen“;
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle - „CoSeCats – ein skalierbares, lastflexibles Katalysator-Reaktor-System für die chemische Speicherung von erneuerbarer Energie“;
Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme
Updates und Blicke hinter die Kulissen des Wettbewerbs gibt es auch auf der LinkedIn-Fokusseite: https://www.linkedin.com/showcase/hugo-junkers-preis-für-forschung-und-innovation.
Bewerbungsphase abgeschlossen - der nächste Meilenstein folgt!
Magdeburg, 01. Juli 2025
Bis zum 30. Juni konnten sich innovative Köpfe aus Sachsen-Anhalt für den renommierten Hugo-Junkers-Preis 2025 bewerben und wir sind begeistert: In allen vier Preiskategorien sind zahlreiche starke, mutige und zukunftsweisende Bewerbungen eingegangen!
Jetzt beginnt die sorgfältige Arbeit der Jury: Jede Bewerbung wird anhand festgelegter Kriterien intensiv geprüft.
Am 4. September 2025 trifft sich die Jury in Magdeburg, um die Nominierten zu bestimmen. Diese präsentieren sich dann am 11. November 2025 im Live-Pitch mit ihren Projekten, Unternehmen und Innovationen.
Wir danken allen Bewerberinnen und Bewerbern für ihr Vertrauen, ihren Innovationsgeist und ihren Beitrag zur Zukunft Sachsen-Anhalts!
Bleiben Sie dran, wir halten Sie auf dem Laufenden!
#HugoJunkersPreis #HJP2025 #Innovation #Wissenschaft #Gründung #Technologietransfer #moderndenken
Bewerbungs-Endspurt für den Hugo-Junkers-Preis? Kein Grund zur Hektik!
Magdeburg, 27. Februar 2025
Wir wissen, dass eine Bewerbung für den höchstdotieren Innovationspreis gründliche Vorbereitung erfordert und viel Zeit in Anspruch nimmt.
Da uns zahlreiche Rückmeldungen mit Fragen zur Bewerbung und zu den weiteren Schritten erreicht haben, möchten wir allen Interessierten die nötige Zeit geben, ihre wirklich beste Bewerbung einzureichen.
Deshalb haben wir uns entschieden, die Bewerbungsfrist bis zum 30. Juni 2025 zu verlängern!
Das ist Ihre Chance, Ihre bahnbrechenden Ideen ins Rampenlicht zu rücken: Nutzen Sie die verlängerte Frist, um Ihre Bewerbung zu perfektionieren und mit Ihrer Innovation die Welt von morgen zu begeistern!
Wer kann teilnehmen?
Teilnahmeberechtigt sind Einzelpersonen, Gründer:innen, Unternehmer:innen und Wissenschaftler:innen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen-Anhalt, die nachweislich innovative Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und/oder Geschäftsmodelle entwickelt haben. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit muss überwiegend in Sachsen-Anhalt geleistet worden sein. Für die einzelnen Kategorien sind zudem spezifische Anforderungen zu berücksichtigen.
In allen Kategorien ist es zulässig, dass Kooperationspartner außerhalb des Landes am Innovationsprozess beteiligt waren oder sind. Die mehrheitliche Innovation, Forschung und/oder wirtschaftliche Verwertung muss jedoch innerhalb von Sachsen-Anhalt erfolgen.
Alle Informationen zum “Hugo-Junkers-Preis” und zur Teilnahme finden Sie auf diesem Portal.
Willingmann ruft zu Bewerbung um Hugo-Junkers-Preis 2025 auf: „Innovation hat viele Gesichter“
Magdeburg, 27. Januar 2025
„Innovation hat in Sachsen-Anhalt viele Gesichter. Wegweisende Ideen gibt es überall bei uns im Land, von der Wissenschaft über die Industrie bis hin zum Handwerk. Wer seine bahnbrechende Entwicklung oder Erfindung mit wenig Aufwand ganz groß rausbringen möchte, der sollte sich jetzt beeilen“, betont Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann. „Nur noch bis Ende Februar können sich kluge Köpfe um den ‚Hugo-Junkers-Preis 2025‘ bewerben. Der begehrte Forschungspreis ist unser Schaufenster für Innovationen made in Sachsen-Anhalt – und obendrein mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Eine Bewerbung kann sich also gleich doppelt auszahlen.“
In vier Kategorien werden wegweisende Forschungsprojekte oder kreative Geschäftsideen gesucht: Die Bandbreite reicht von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Hinzu kommt ein Sonderpreis für besonders innovative Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel.
Bewerbungen sind bis zum 28. Februar 2025 möglich, die Preisverleihung ist für Ende Juni 2025 geplant.
Alle Informationen zum „Hugo-Junkers-Preis 2025“ und zur Teilnahme finden sich unter: www.hugo-junkers-preis.de.
Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Threads, Bluesky, Mastodon und X (ehemals Twitter).
Willingmann ruft kluge Köpfe aus Sachsen-Anhalt zur Bewerbung um den „Hugo-Junkers-Preis 2025“ auf
Magdeburg, 21. Oktober 2024
Aus einer innovativen Idee kann Großes entstehen. Das hat nicht nur der Dessauer Luftfahrtpionier Hugo Junkers vor gut 100 Jahren unter Beweis gestellt. Auch heute arbeiten viele kluge Köpfe in Sachsen-Anhalt an zukunftsweisenden Innovationen. Um ihre Entwicklungen ins verdiente Rampenlicht zu rücken, besteht für sie ab sofort die Möglichkeit, sich um den „Hugo-Junkers-Preis 2025“ zu bewerben. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat am heutigen Montag bei Solar Materials in Magdeburg das Bewerbungsverfahren für den Forschungspreis eröffnet. Das Cleantech-Startup war in der Wettbewerbsrunde 2023 mit einer innovativen Recyclinglösung für alte Solarmodule erfolgreich.
„Sachsen-Anhalt hat durch die engere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in den vergangenen Jahren an Innovationskraft zugelegt. Mit dem Hugo-Junkers-Preis wollen wir diejenigen auszeichnen, die mit ihren Ideen und Entwicklungen unser Land in herausfordernden Zeiten noch besser machen“, erklärte Willingmann. „2025 werden wir den Sonderpreis deshalb auch für die innovativsten Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel vergeben. Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass sich auch bei uns in Sachsen-Anhalt das Klima ändert. Unser Wetter wird mit Hitze, Dürren, Starkregen und Hochwasser zunehmend extremer. Wir vertrauen auf die Innovationskraft in Wissenschaft und Wirtschaft, um unser Land angesichts dieser Herausforderungen zukunftsfest aufzustellen.“
Der „Hugo-Junkers-Preis 2025“ ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Bewerbungen sind bis zum 28. Februar 2025 möglich, die Preisverleihung ist für Ende Juni 2025 geplant. In vier Kategorien werden wegweisende Forschungsprojekte oder kreative Geschäftsideen gesucht: Die Bandbreite reicht von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Der diesjährige Sonderpreis richtet sich an die innovativsten Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer hochkarätig besetzten Jury unter Vorsitz der Leiterin des Magdeburger Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Prof. Dr. Julia C. Arlinghaus, ausgewählt.
Wie es ist, beim „Hugo-Junkers-Preis“ im Rampenlicht zu stehen, hat das Team des Cleantech-Startups Solar Materials im vergangenen Jahr erlebt. Das Magdeburger Unternehmen hat eine Recycling-Lösung für alte Solarmodule entwickelt und damit in der damaligen Sonderkategorie „Energie- und Umweltforschung“ den zweiten Platz belegt. „Solar Materials ist bereits drei Jahre nach der Gründung der globale Technologieführer und zeigt, dass ein wirtschaftliches und nachhaltigen Recycling von Solarmodulen möglich ist“, erläuterte Geschäftsführer Jan-Philipp Mai. Das Startup hat weiter Großes vor: „Mit dem Ziel, die Solarindustrie zur Kreislaufwirtschaft zu transformieren, befinden wir uns derzeit mitten im Bau der ersten industriellen Recyclinglinie und werden damit im kommenden Jahr unsere Recyclingkapazität auf 10.000 Tonnen oder eine halbe Million Module pro Jahr erweitern.“ Wissenschaftsminister Willingmann sieht bei dem Unternehmen aus der Landeshauptstadt großes Potenzial: „Solar Materials zeigt beispielhaft auf, wie innovative Lösungen aus Sachsen-Anhalt dazu beitragen können, Herausforderungen wie die Energiewende erfolgreich zu meistern.“
Alle Informationen zum „Hugo-Junkers-Preis 2025“ und zur Teilnahme finden sich unter: www.hugo-junkers-preis.de.
Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Threads, Bluesky, Mastodon und X (ehemals Twitter).
28.06.2023
Die Verleihung des Hugo-Junkers-Preises 2023 fand am 7. Juni 2023 im Veranstaltungszentrum Schloss Köthen/Anhalt statt. Welche der klugen Köpfe aus Sachsen-Anhalt mit ihren Trophäen um die Wette strahlten? Wer beim Event dabei war und wie das Fazit von Schirmherr und Wissenschaftsminister Professor Armin Willingmann ausfiel? All das zeigt das Aftermovie zum Finale des diesjährigen Wettbewerbs.
07.06.2023
Minister verleiht höchstdotierten Innovationspreis des Landes
Die Universitäten Magdeburg und Halle sind die großen Gewinner im Wettbewerb um den diesjährigen „Hugo-Junkers-Preis“. In drei von vier Kategorien stellen sie die Erstplatzierten, hinzu kommen weitere zweite und dritte Plätze. Den Sieg in der Sonderkategorie „Energie- und Umweltforschung“ sichert sich ein junges Photovoltaik-Unternehmen aus Kabelsketal (Saalekreis).
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat die Siegerinnen und Sieger heute in Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) ausgezeichnet und Preisgelder in Höhe von insgesamt 80.000 Euro vergeben. Er sagt: „SachsenAnhalt setzt auf Innovation. Der Hugo-Junkers-Preis zeigt eindrucksvoll, dass in unserem Land kluge Köpfe aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk mit tollen Ideen Zukunft gestalten. Diese Vorreiter und Möglichmacher hätten sicher auch den Dessauer Luftfahrtpionier Hugo Junkers begeistert. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Menschen und ihre starken Leistungen mit dem Innovationspreis aus Laboren und Büros ins verdiente Rampenlicht holen.“
Der „Hugo-Junkers-Preis“ wurde in vier Kategorien vergeben – von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen und dem diesjährigen Sonderpreis für Projekte der Energie- und Umweltforschung. Die hochkarätig besetzte Jury um die Vorsitzende Prof. Dr. Julia Arlinghaus, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, hatte dabei die Qual der Wahl und konnte aus insgesamt 60 Bewerbungen drei Erstplatzierte für jede der vier Kategorien wählen. Entscheidend dafür war neben dem hohen Innovationsgrad auch die ökologische und soziale Relevanz der kreativen Produkte, wegweisenden Forschungsprojekte und innovativen Geschäftsideen „made in Sachsen-Anhalt“.
Fotos von der Preisverleihung stehen ab Donnerstag, 8. Juni, 13 Uhr, hier zum Download bereit: https://lsaurl.de/HJP23Fotos.
Die Siegerprojekte in der Übersicht:
Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“
- Platz 1 (10.000 Euro): Hydrogelformende Nanofasern – eine neue Option für die Arzneimitteltherapie am Auge;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Pharmazie / Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Augentropfen und -salben hat wohl jeder schon mal genutzt. Das Problem: Die darin enthaltenen Wirkstoffe werden oftmals schlecht aufgenommen oder schnell abgebaut. Die Lösung kommt aus Halle: Dort wurden neuartige elektrogesponnene Vliese entwickelt, die sich nach Verabreichung am Auge schnell auflösen und dabei ein Hydrogel ausbilden, wodurch Wirkstoffe länger am Auge wirken können und zudem vollständig in die Tränenflüssigkeit aufgenommen werden. Dies sorgt für eine effizientere Therapie und weniger Behandlungen. Weitere Vorteile im Vergleich zu bisherigen Augentropfen oder -salben sind eine verbesserte Lagerfähigkeit und Verträglichkeit. - Platz 2 (7.000 Euro): Neuartige biokompatible Ta-Nb-Ti Multikomponentenlegierung mit antibakteriellen Eigenschaften für den Einsatz in biomedizinischen Anwendungen;
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Lehrstuhl für Hochtemperaturwerkstoffe/Experimentelle Orthopädie
Durch erhöhte Lebenserwartung und die wachsende Zahl von Implantationen steigt auch der Bedarf an besonders haltbaren und verträglichen Werkstoffen für Implantate. Im Projekt wurde eine neuartige Multikomponentenlegierung entwickelt, die antibakterielles Verhalten mit herausragenden biomechanischen Eigenschaften verbindet. - Platz 3 (3.000 Euro): Endogene Retroviren als Zielstrukturen für neue Therapien gegen neurologische Erkrankungen;
Universitätsklinikum Halle (Saale) – Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie – Universitätsklinik für Pädiatrie I / Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI
Ziel des Projektes sind neue Therapieansätze für neurologische Krankheiten wie etwa Multiple Sklerose. Dafür wurde untersucht, inwiefern humane endogene Retroviren (HERV) für die Entwicklung derartiger Krankheiten verantwortlich sein können. Bei HERV handelt es sich um Viren, die ihre Erbinformation im Laufe der Evolution in das menschliche Erbgut integriert haben.
Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“
- Platz 1 (10.000 Euro): µRIGS – Micropositioning Robotics for Image-Guided Surgery;
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Forschungscampus STIMULATE
Das weltweit neuartige System “µRIGS” unterstützt OP-Teams bei minimal-invasiven, bildgeführten Operationen. Entwickelt wurde eine innovative Einrichtung, mit der sich medizinische Spezialwerkzeuge in einem Magnetresonanztomographen (MRT) relativ zu einem Patienten oder einer Patientin positionieren lässt. Durch die kompakte Bauweise, den Teilautomatismus und die Fernsteuerung lassen sich patientenschonende minimalinvasive Eingriffe trotz der beengten Platzverhältnisse im schmalen MRT-Tunnel deutlich besser umsetzen. Das patentierte “µRIGS”-System gewinnt durch die zunehmende Zahl von Krebserkrankungen zusätzlich an Bedeutung. - Platz 2 (7.000 Euro): Pro-Kran-Assist: Intelligenter Prozessbeobachter für die Kranautomatisierung;
Kranbau Köthen GmbH / Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
Der neu entwickelte, laser-basierte 3D-Kran-Assistent unterstützt den Kranführer berührungslos und verschleißfrei beim Aufnehmen und Absetzen von Lasten. Das System erzeugt mittels Kameras ein dreidimensionales Abbild vom Arbeitsraum des Krans und zeigt die Ergebnisse in einem VR-Modell auf dem Monitor an. • - Platz 3 (3.000 Euro): In-Situ Electrical Analyser – Hochauflösendes Analysetool für Halbleitertechnologien;
point electronic GmbH (Halle (Saale)) / CEA-Leti, Minatec (Grenoble)
Halbleiter sind nicht nur Basis für technologischen Fortschritt, sondern werden auch immer kleiner. Die anhaltende Miniaturisierung führt aber dazu, dass sich Fehler schwerer finden lassen. Das Projekt ermöglicht jetzt weltweit erstmals die elektrische Fehler-Analyse von Halbleitern auf Sub-Nanometer-Niveau – durch die Nutzung extrem leistungsstarker Transmissionselektronenmikroskope. Umgerechnet könnte man so vom Mond aus prüfen, welche Lampe auf dem Marktplatz in Halle eingeschaltet ist.
Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“
- Platz 1 (10.000 Euro): Einfache und skalierbare Synthese von planzenbasiertem Cholesterol in GMP-Qualität;
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik – Institut für Chemie
Ein wesentlicher Bestandteil moderner mRNA-Impfstoffe ist Cholesterol, welches aktuell industriell v.a. aus tierischen Quellen erzeugt wird. Dank der Universität Magdeburg könnte sich das ändern: Chemiker haben ein innovatives Verfahren zur Synthese von pharmazeutischem Cholesterol auf Grundlage pflanzlicher Rohstoffe entwickelt. Dies ermöglicht die Herstellung großer Mengen Cholesterol, die für eine industrielle Produktion von mRNA-Impfstoffen benötigt werden. In Kooperation mit einem Pharmaunternehmen wurde die Laborsynthese zum industriellen Prozess erweitert sowie das fertige Produkt bereits weltweit vermarktet und vertrieben. - Platz 2 (7.000 Euro): Der digitale Studierendenausweis;
UniNow GmbH (Magdeburg)
Der digitale Studierendenausweis macht Hochschulen und Studierenden das Leben leichter. Er kann direkt über die App „UniNow“ aufgerufen werden, bildet Daten wie Name, Geburtsdatum, Matrikelnummer und Gültigkeit ab und dockt dabei an das Campus-Management-System der Hochschule an. Der Ausweis ist modular erweiterbar, ressourcenschonend, fälschungssicher, barrierefrei bedienbar und datenschutzkonform. - Platz 3 (3.000 Euro): Maximale Haltbarkeit und Natürlichkeit für aromatisiertes Wasser;
DIE FRISCHEMANUFAKTUR GmbH (Halle (Saale))
In privaten Haushalten ist „Infused Water“ bereits ein Trend: Einfach Kräuter und Obststücke ins Wasser, fertig ist das erfrischende Getränk – ohne Zusatz von Zucker und künstlichen Aromen sowie mit wenigen Kalorien. In den Einzelhandel hat es der Trend aber bisher noch nicht geschafft – vor allem aufgrund einer aufwendigen Herstellung und der zu geringen Haltbarkeit. Diese Probleme sind jetzt gelöst: Das Startup aus Halle hat ein einzigartiges und patentiertes Herstellungsverfahren entwickelt, durch welches „Infused Water“ bis zu 16 Wochen haltbar ist und daher ab sofort auch in Supermärkten, Flughäfen oder Bäckereiketten verkauft wird.
Sonderpreis „Innovativste Projekte aus dem Bereich Energie- und Umweltforschung“
- Platz 1 (10.000 Euro): LECO – hochdurchsatzfähiges Equipment zur Effizienzsteigerung von Solarzellen;
CE Cell Engineering GmbH (Kabelsketal)
Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um die Leistungsfähigkeit kristalliner Silizium-Solarzellen zu steigern: LECO (Laser Enhanced Contact Optimization) verbessert Metall-Halbleiter-Kontakte und ermöglicht so eine höhere Zelleffizienz bei überschaubaren Kosten. Die Wirksamkeit des Verfahrens wurde von PhotovoltaikInstituten bestätigt und wird bereits in der Herstellung von Solarzellen genutzt. - Platz 2 (7.000 Euro): Recyclingverfahren für kristalline Solarmodule;
SOLAR MATERIALS GmbH (Magdeburg)
Das innovative Recyclingverfahren schließt den Rohstoffkreislauf der Photovoltaik und verbessert so Ressourceneffizienz und CO2-Bilanz von Solarmodulen. Das Besondere: Das Verfahren ist das erste weltweit, mit dem sich sämtliche Rohstoffe zurückgewinnen lassen: von Glas über Aluminium und Kunststoffen bis hin zu Silizium, Kupfer und Silber. - Platz 3 (3.000 Euro): Nanolope Pufferspeicher zur Speicherung von überschüssiger Wärme;
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Chemie
Das neu entwickelte Material „Nanolope“ kann deutlich mehr Energie speichern als herkömmliche Baumaterialien wie Beton oder Gips. Der Clou ist die Verbindung von einem Material, das durch den Phasenwechsel von fest zu flüssig viel Energie speichert, und einer festen porösen Trägermatrix, wodurch er makroskopisch ein Festkörper bleibt. Auf Basis von „Nanolope“ wurde bereits ein neuartiger Warmwasserspeicher entwickelt, mit dem sich überschüssige Wärme bzw. Strom für mehrere Monate speichern lassen.
Für Updates und Blicke hinter die Kulissen des Wettbewerbs gibt es eine Fokusseite auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/showcase/hugo-junkers-preis-für-forschung-und-innovation.
Redaktioneller Hinweis:
Wenn Sie anlässlich des Wettbewerbs über die bemerkenswerten Ideen aus der Region berichten möchten, stellen wir gern Kontakt zu den Nominierten her.
Pressekontakt:
Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH,
Nicole Krüger, Projektmanagerin Marketing, Kultur/Kreativwirtschaft
Tel.: +49 391 568 9914
Mail: nicole.krueger@img-sachsen-anhalt.de
Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und Twitter.
28.04.2023
Entscheidung über Preise fällt im Hauptsitz der Leopoldina in Halle (Saale)
Am Ende waren es acht Stunden, 19 Pitches und jede Menge Diskussionen, die hinter der Jury des Hugo-Junkers-Preis 2023 lagen. In der großen Jurysitzung, die am 27. April in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) stattfand, ging es nicht mehr nur ums Weiterkommen. Ganz konkret wurde die Frage beantwortet: Wer gewinnt die insgesamt 12 Preise in den vier Kategorien des Wettbewerbs für Forschung und Innovationen aus Sachsen-Anhalt.
Nach der Beurteilung der schriftlichen Bewerbungen stellten sich die Teilnehmenden der Jury persönlich im Sitzungssaal der Leopoldina. Jedes Team hatte dafür insgesamt 15 Minuten Zeit. Zehn Minuten Pitch und fünf Minuten mussten sie den offenen Fragen der Jurorinnen und Juroren unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Julia Arlinghaus, Institutsleiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung, standhalten. Anschließend standen ein Fotoshooting und Videodreh für die Öffentlichkeitsarbeit zum Hugo-Junkers-Preis auf der Agenda.
Die Leopoldina bildete den würdigen wie ehrfurchtgebietenden Rahmen für die Veranstaltung. Nicht wenige Teilnehmende waren zum ersten Mal in der Hauptgeschäftsstelle der ältesten naturforschenden Akademie der Welt. Ein markanter Bau mit wechselvoller Geschichte, der im 17. Jahrhundert entstand und in der Zeit von 2009 bis 2011 nach historischem Vorbild vollständig saniert wurde.
„Wir freuen uns, dass wir mit dem Hugo-Junkers-Preis wieder in der Leopoldina zu Gast sein durften“, sagt Nicole Krüger von der Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt, die den Wettbewerb zusammen mit der Univations GmbH organisiert. „Eine ideale Kulisse für unsere Bewerberinnen und Bewerber.“ Die große Jurysitzung habe es in sich gehabt, doch dank konzentrierter und fokussierter Arbeit sei sich das Gremium einig geworden.
Welche klugen Teams Grund zur Freude haben, wird am 7. Juni bei der Verleihung des Hugo-Junkers-Preises 2023 bekanntgegeben.
24.03.2023
Jury wählt aus 60 Bewerbungen 19 potentielle Preisträger aus
Innovation trifft gesellschaftlichen Nutzen:
Nominierte für Hugo-Junkers-Preis stehen fest
Und die Nominierten sind… Bei diesem Satzanfang denken viele Menschen vermutlich zunächst an die jährliche „Oscar“-Verleihung in Los Angeles. Doch auch in Sachsen-Anhalt kommt die legendäre Einleitung regelmäßig zum Einsatz: Dann geht es zwar nicht um den wichtigsten Filmpreis der Welt, aber immerhin um den höchstdotierten Innovationspreis des Landes – den „HUGO-JUNKERS-PREIS für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“. Er wird seit 1998 vom Land ausgelobt, aktuell alle zwei Jahre vergeben und ist mit 80.000 Euro dotiert.
19 Nominierte in vier Kategorien hat die hochkarätige Jury um die Vorsitzende Prof. Dr. Julia Arlinghaus, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, in dieser Woche aus insgesamt 60 Bewerbungen ausgewählt. Entscheidend dafür war neben dem hohen Innovationsgrad auch der gesellschaftliche Nutzen. Arlinghaus: „Wir haben in diesem Jahr ganz intensiv darüber diskutiert, dass wir Innovationen auszeichnen wollen, die auch eine ökologische und soziale Relevanz haben.“
Die 19 Nominierten können ihre Ideen Ende April in der Leopoldina in Halle (Saale) persönlich der Jury präsentieren. Im Anschluss werden die Finalisten ausgewählt; die Siegerinnen und Sieger des HUGO-JUNKERS-PREISES erhalten ihre Auszeichnung am 7. Juni 2023 durch Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann im Schloss Köthen. Er sagt: „Ich freue mich schon sehr darauf, die Möglichmacher und Visionäre kennenzulernen, die in die Fußstapfen des Dessauer Flugzeugpioniers Hugo Junkers treten wollen.“
Und die Nominierten sind:
Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“
- „Hydrogelformende Nanofasern – eine neue Option für die Arzneimitteltherapie am Auge“; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- „Tragbarer, langanhaltender, persönlicher Insektenschutz aus bioabbaubarem Kunststoff aus dem 3D-Drucker“; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- „Neuartige biokompatible Ta-Nb-Ti Multikomponentenlegierung mit antibakteriellen Eigenschaften für den Einsatz in biomedizinischen Anwendungen“; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- „Endogene Retroviren als Zielstrukturen für neue Therapien gegen neurologische Erkrankungen“; Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie
- „Einfache und skalierbare Synthese von pflanzenbasiertem Cholesterol in GMP-Qualität“; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“
- „Inline-Detektion des Abbaus von Polyesterimiden in Elektromotoren“; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- “µRIGS – Micropositioning Robotics for Image-Guided Surgery”; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Forschungscampus STIMULATE
- „Pro-Kran-Assist: Intelligenter Prozessbeobachter für die Kranautomatisierung“; Kranbau Köthen GmbH / Fraunhofer IFF Magdeburg
- „In-Situ Electrical Analyser – Hochauflösendes Analysetool für Halbleitertechnologien“; point electronic GmbH
- „Entwicklung einer schnellen Mikroprüfmethode für Elektronikbaugruppen –MINITEL“; ECH Elektrochemie Halle GmbH / Fraunhofer IMWS Halle (Saale)
Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“
- „Maximale Haltbarkeit und Natürlichkeit für aromatisiertes Wasser“; DIE FRISCHEMANUFAKTUR GmbH
- „Neuartige Säureträger in der Futtermittelindustrie“; SAMPOCHEM GmbH
- „Der digitale Studierendenausweis“; UniNow GmbH
- „Raydio – Barrieren mittels Audio verringern“; mycrocast GmbH
Sonderpreis „Innovativste Projekte aus dem Bereich Energie- und Umweltforschung“
- „Recyclingverfahren für kristalline Solarmodule“; SOLAR MATERIALS GmbH
- „Recycling von Windradflügeln / glasfaserverstärktem Kunststoff“; Deutsche Vacuumtrockner GmbH
- „LECO – hochdurchsatzfähiges Equipment zur Effizienzsteigerung von Solarzellen“; CE Cell Engineering GmbH
- „Nanolope Pufferspeicher zur Speicherung von überschüssiger Wärme“; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / Institut für Chemie
- „Zweiseitiges Fassadenelement zur Filterung verschmutzter Luft“; Moosaik UG
Für Updates und Blicke hinter die Kulissen des Wettbewerbs folgen Sie einfach der neuen Fokusseite auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/showcase/hugo-junkers-preis-für-forschung-und-innovation.
Redaktioneller Hinweis:
Wenn Sie anlässlich des Wettbewerbs über die bemerkenswerten Ideen aus der Region berichten möchten, stellen wir gern Kontakt zu den Nominierten her.
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15.01.2023
… sind bis zum Bewerbungsschluss eingegangen. Wir freuen uns sehr über das große Interesse am renommierten Innovationspreis! Welche wegweisenden Forschungsprojekte und kreative Geschäftsideen ausgezeichnet werden, wird bei der Preisverleihung am 7. Juni 2023 bekanntgegeben. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Gleich in vier Kategorien können Visionäre aus Sachsen-Anhalt in die Fußstapfen des Dessauer Luftfahrtpioniers Hugo Junkers treten – von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie in der diesjährigen Sonderkategorie für Vorhaben im Bereich Energie- und Umweltforschung.
22.12.2022
Endspurt um den „Hugo-Junkers-Preis 2023“: Noch rund drei Wochen können sich kluge Köpfe aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen um Sachsen-Anhalts renommierten Innovationspreis bewerben. Bis zum 11. Januar 2023 werden wegweisende Forschungsprojekte oder kreative Geschäftsideen aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk gesucht. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert; die Preisverleihung soll am 7. Juni 2023 über die Bühne gehen.
Bewerben, Jury überzeugen und Titel samt Preisgeld sichern: Gleich in vier Kategorien können Visionäre aus Sachsen-Anhalt in die Fußstapfen des Dessauer Luftfahrtpioniers Hugo Junkers treten – von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie in der diesjährigen Sonderkategorie für Vorhaben im Bereich Energie- und Umweltforschung. Bewerbungen sind auch direkt online möglich; nähere Informationen unter: www.hugo-junkers-preis.de.
Minister Prof. Dr. Armin Willingmann kennt gute Gründe für eine Bewerbung: „Sachsen-Anhalt ist innovativ. Hier leben zahlreiche Tüftler, Gründer und Forscher, die mit ihren Ideen unser Leben besser machen. Diese innovative Arbeit bleibt der breiten Öffentlichkeit aber viel zu häufig verborgen. Eine Bewerbung oder gar der Sieg beim Hugo-Junkers-Preis kann das nachhaltig ändern. Mit dem Wettbewerb holen wir brillante Leistungen und die klugen Köpfe dahinter ins verdiente Rampenlicht. Bis Weihnachten darf es gern etwas besinnlicher zugehen, danach sollte es aber wieder heißen: Vorfahrt für Innovationen und die Bewerbung um den Hugo-Junkers-Preis.“
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04.11.2022
Insgesamt 80.000 Euro Preisgeld / Bewerbungen bis 11. Januar möglich
Darauf würde sicher auch Hugo Junkers fliegen: Der Dessauer Luftfahrtpionier ist erneut Namenspate für den renommierten Landeswettbewerb rund um zukunftsweisende Innovationen aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat die Neuauflage für den „Hugo Junkers Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2023“ heute gestartet. Er ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Bewerbungen sind bis zum 11. Januar 2023 möglich; die Preisverleihung ist für Juni geplant.
In vier Kategorien werden wegweisende Forschungsprojekte oder kreative Geschäftsideen gesucht: Die Bandbreite reicht von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Der diesjährige Sonderpreis richtet sich an herausragende Vorhaben im Bereich der Energie- und Umweltforschung. Die Preisträger werden von einer hochkarätig besetzten Jury ausgewählt, in der u. a. die Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Prof. Dr. Julia C. Arlinghaus (Vorsitz), und der Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Prof. Dr. Gerald Haug mitwirken.
Willingmann sagte: „In Sachsen-Anhalt kann man wieder in die Fußstapfen eines herausragenden Visionärs des 20. Jahrhunderts treten. Auch heutzutage gibt es in unserem Land viele kluge Köpfe in der Tradition von Hugo Junkers, die mit ihren Ideen unser Leben besser machen wollen. Diese Visionäre und Möglichmacher aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen holen wir mit unserem Innovationspreis ins verdiente Rampenlicht. Zeigen wir gemeinsam erneut, wie innovativ Sachsen-Anhalt ist. Bewerben lohnt sich.“