Staatssekretär Jürgen Ude verleiht Hugo-Junkers-Preise
für Forschung und Innovation

Magdeburg, 29. März 2021

Virtuelle Preisverleihung aus dem Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle

Staatssekretär Dr. Jürgen Ude hat am heutigen Montag in Vertretung von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann die „Hugo-Junkers- Preise für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2020“ verliehen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Preisverleihung, die im Dezember 2020 stattfinden sollte, zunächst verschoben und als virtuelles Event nachgeholt werden. Kurz vor der virtuellen Preisverleihung hatte sich der Minister, der Schirmherr des Preises ist, nach einer Warnmeldung der Corona- App in häusliche Quarantäne begeben. Deshalb gratulierte Staatssekretär Ude den zwölf Preisträgern in vier Kategorien per Live-Stream aus dem Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) in Halle (Saale). Im vergangenen Jahr wurden trotz Pandemie rund 100 zukunftsweisende Projekte und Produkte aus Wirtschaft und Wissenschaft eingereicht.

Ausgezeichnet in vier Kategorien wurden:

  • Ein neuartiger Ansatz, bei dem mit Hilfe eines Biomarkers (Protein C9) entzündliche Gelenkerkrankungen identifiziert werden können (Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“).

  • Ein Synthesekautschuk, der mit seinen Eigenschaften sogar das natürliche Original übertrifft (Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“).

  • Ein einzigartiges 3D-Scan Verfahren, das neue Ansätze zur Frachtvermessung im Logistikbereich liefert. (Kategorie „Innovativste Produktentwicklung / Dienstleistungen / Geschäftsmodelle“).

  • Eine auf Basis der AI-Technologie visionäre Hard-und Software-Lösung für die Vor-Ort-Aufklärung („Sonderpreis Innovativste Projekte aus dem Bereich APITs - Applied Interactive Technologies").

Staatssekretär Ude erinnerte in Anlehnung an den Flugzeugpionier Hugo Junkers daran, dass Sachsen-Anhalt schon immer ein Land mutiger und kreativer Ideengeber war. „Daran wollen wir gerade jetzt in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche anknüpfen“, erklärte Ude. „Wir wollen die Chancen nutzen, die sich insbesondere im Bereich der Zukunftstechnologien bieten.“

Willingmann erklärte vorab, in den vergangenen vier Jahren habe das Ministerium bereits verstärkt in Wissenschaft und Wirtschaft investiert, beide Bereiche noch enger vernetzt. „Diesen Kurs müssen wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Entwicklung von Innovationen ist die Basis für mehr Wertschöpfung und damit auch für neue, hochwertige Arbeitsplätze bei uns in Sachsen-Anhalt“, so Willingmann. „Wie innovativ unser Land bereits heute aufgestellt ist, zeigen die mit dem Hugo-Junkers-Preis ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll auf.“

Die Preisträger in den vier Kategorien im Überblick

Kategorie: „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“

1. Preis
Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Orthopädische Universitätsklinik. Forschungsbereich Experimentelle Orthopädie

M.Sc. Ann-Kathrin Meinshausen, Prof. Dr. Jessica Bertrand, Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann

Innovationstitel: C9 als Biomarker für Protheseninfektion

Eine Infektion an einer Prothese kann dazu führen, dass das Gelenkimplantat ausgetauscht werden muss. Die Patienten leiden unter vermehrten Krankenhausaufenthalten, Operationen und einer höheren Sterblichkeit. Je schneller und zuverlässiger solch eine Infektion entdeckt wird, umso weniger Gewebe wird geschädigt und umso geringer ist der Knochenverlust. Bei der Diagnose macht sich das Forschungsteam die natürliche Reaktion des Körpers zunutze. Denn das angeborene Immunsystem aktiviert Signalwege, um eine bakterielle Infektion zu bekämpfen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Signalwege ist das Protein C9. Es löst über Poren in der Bakterienmembran den Tod der Bakterien aus. Um das Protein und damit eine Infektion nachzuweisen, entwickelte das Forscherteam einen Biomarker. Es untersuchte, ob das Gewebe von infizierten Prothesen das Protein C9 enthält. Hier wies es deutlich mehr C9 nach als in nicht infiziertem Gewebe. Zum Vergleich wurde auch Gewebe von Patienten mit anderen Gelenkerkrankungen untersucht. Die Patienten litten unter Rheuma, Chondrokalzinose oder Metallose. Doch das entzündete Gewebe zeigte eine deutlich geringere Färbung von C9. Das Protein zeigte somit wieder das Gewebe mit einer bakteriellen Infektion mit großer Sicherheit an. Eine Kreuzreaktion von C9 mit anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen konnte ausgeschlossen werden.


2. Preis
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP, Universitätsklinikum Würzburg, Lehrstuhl Tissue Engineering und Regenerative Medizin (TERM) und Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Translationszentrum Regenerative Therapien (TLZ-RT), AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Dr. rer. nat. Matthias Jung, Prof. Dr. med. Dan Rujescu, Carla Hartmann, Bernadette Harwardt, Ole Pless, Dr. rer. nat. Antje Appelt-Menzel, Winfried Neuhaus

Innovationstitel: ScreenHub: Personalisiertes/Alzheimer-spezifisches Blut-Hirn-Schranken- Modell für Target/Medikamenten Screening

Für die Alzheimer-Krankheit gibt es bisher keine Heilung. Die Ursachen sind trotz jahrelanger intensiver Forschung nicht vollständig aufgeklärt. Eine entscheidende Rolle könnten Veränderungen in der Bluthirnschranke spielen. Die Bluthirnschranke grenzt das Gehirn vom Körper ab. Zugleich fungiert sie als Logistikzentrum für Versorgung und Entsorgung. Denn über die Bluthirnschranke gelangen essentielle Nährstoffe oder Medikamente in das zentrale Nervensystem und Schadstoffe werden abtransportiert. Das Forschungsteam hat in genetischen Studien Mutationen gefunden, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht werden. Diese Entdeckung bietet die Chance, neue Krankheitsmechanismen auszumachen und sie für Therapien zu nutzen. Dafür muss die Bluthirnschranke besser erforscht werden. Deshalb hat das Team ein Zellkultur-Modell entwickelt. Es basiert auf künstlichen Stammzellen von Alzheimer- Patienten. Sie werden in einem dafür spezialisierten Labor in Halle hergestellt und in eine Zellkultureinlage eingebracht. Der Prozess ist technisch komplex, doch im Verbund der beteiligten Forschungseinrichtungen gut realisierbar. Die Eigenschaften des Modells entsprechen einer großen technischen Innovation, denn sie kommen den tatsächlichen Bedingungen im Gehirn sehr nahe. Die Forschenden kommen ohne Tierversuche aus. Das Modell kann genutzt werden, um Medikamente und Impfstoffe zu testen. Der Effekt von Mutationen auf die Bluthirnschranke kann untersucht werden. Zudem ermöglicht das Modell in naher Zukunft die Anwendung personalisierter Medizin. Dabei geht es um eine maßgeschneiderte Behandlung. Dies wird unter anderem die Wirkung von Medikamenten verbessern.


3. Preis
Leibnitz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Maschinenbau, Institut für Werkstoff- und Fügetechnik,

Prof. Dr. Dr. Kentaroh Takagaki, Dr. Rodrigo Herrera-Molina, Dipl.-Ing Markus Wilke, Dr.-Ing. Martin Ecke, Dr. Anja Maria Oelschlegel, M.Sc. Zifeng Xia

Innovationstitel: Die MAGDEBURGER Elektrode zur Aufzeichnung von Hirnaktivitäten und zur Behandlung von Hirnerkrankungen

Die „Magdeburger Elektrode“ kann als fundamentaler Durchbruch für die Erforschung von Hirnerkrankungen bezeichnet werden. Es geht um einen komplett neuen Ansatz, Hirnelektroden herzustellen und zu designen. Hirnelektroden dienen dazu, Hirnströme aufzuzeichnen und Hirnaktivitäten zu untersuchen. Das Forschungsteam hat eine nanostrukturierende Fertigungsmethode mit dem Elektrodendesign innovativ kombiniert. Das ermöglicht, Hirnelektroden voll flexibel herzustellen und Elektroden minimalinvasiv zu implantieren. Entgegen aktueller Forschungsarbeiten wird das Signal mit jeder Elektrode an verschiedenen Positionen gleichzeitig abgegriffen. Zudem können gewünschte Hirnareale gezielt stimuliert werden. Die Fertigung der Elektrode erfolgt interdisziplinär. Neurobiologen und Mediziner bestimmen die exakten Positionen und Formen für die nano-Fertigung. Materialwissenschaftler nutzen dann einen fokussierten Ionenstrahl als nanostrukturierende Methode. So können vor dem operativen Eingriff die Elektroden individuell auf die Art der Untersuchung und den Patienten angepasst werden. Durch das Design und das verwendete Material kommt es weder zu Blutungen, noch zu Schäden im betroffenen Hirnareal. Somit besteht auch nicht die Gefahr von entzündlichen Reaktionen oder Narbenbildung. Die Magdeburger Elektrode ist nahezu „unsichtbar“ für das umliegende Gewebe. Erstmals kann ein derartiges System dauerhaft im Hirn verbleiben und ermöglicht so eine Signalerfassung über sehr lange Zeiträume. Dabei kommt es weder zum Verlust der Datenqualität, noch zur Schädigung des Patienten. Einzigartig ist zudem die Menge an Daten, die mit einer Elektrode erfasst werden kann. Komplexe Vorgänge wie Lernen, Gedächtnis und neurodegenerative Erkrankungen können erstmals erforscht und die Wirkung von Medikamenten hinreichend beschrieben werden. Langfristig können Hirnerkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Epilepsie besser untersucht und behandelt werden.



Kategorie: „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“:

1. Preis:
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen u. Systemen IMWS, Halle (Saale), Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME

Prof. Dr. Mario Beiner, Dr. Gaurav Gupta, Dr. Marlen Malke, Dr. Ulrich Wendler, Dr. Christian Schulze Gronover, Prof. Dr. Dirk Prüfer

Innovationstitel: BISYKA - Biomimetischer Synthesekautschuk

Natürlicher Kautschuk aus Kautschukbäumen ermöglicht bisher einzigartige Eigenschaften für Reifenanwendungen, insbesondere für hoch beanspruchte Lkw-Reifen. Naturkautschuk ist allerdings ein begrenzter Rohstoff. Zudem ist die Versorgungssicherheit durch Pflanzenschädlinge gefährdet. Das Forschungsteam aus den beteiligten Fraunhofer-Instituten hat einen künstlichen Kautschuk hergestellt. Der Fokus bei diesem sogenannten biomimetischen Synthesekautschuk BISYKA lag auf einer bestimmten Eigenschaft: der dehninduzierten Kristallisation. Dieses Merkmal ist bisher nur dem Naturkautschuk vorbehalten. Es bedeutet, dass sich kristalline Bereiche bilden, wenn Naturkautschuk auf die dreifache Länge gedehnt wird – der Kautschuk verhärtet sich. Das Forschungsteam identifizierte zunächst mithilfe von Löwenzahn- Kautschuk die wichtigen Funktionalitäten und Biokomponenten, die für das Abriebverhalten wichtig sind. Dann wurde der BISYKA-Kautschuk Schritt für Schritt hinsichtlich seiner Dehnkristallisation optimiert. Der neu entwickelte synthetische Kautschuk erreicht beim Abrieb erstmals die Eigenschaften von Reifen aus Naturkautschuk. Beim Rollwiderstand übertrifft der synthetische Kautschuk sogar das Original. Der geringere Rollwiderstand sorgt für Treibstoffeinsparungen. Zudem sorgt er für geringeren Abrieb. Dieser fiel bei ersten Reifentests um 30 Prozent niedriger aus. Der Profilverlust betrug sogar nur knapp die Hälfte. Das reduziert das Problem der Feinstaub- und Mikroplastik-Belastung für Mensch und Umwelt. Der neuartige biomimetische Synthesekautschuk lässt sich in großtechnischem Maßstab in vorhandenen Anlagen produzieren.­


2. Preis:
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, Halle (Saale)

Dr. Marco Götze, M.Sc. Tobias Hedtke, Dr. rer. nat. Christian Schmelzer

Innovationstitel: Innovative Wundauflagematerialien auf Basis von Elastin – MatriHEAL

Gewebe und Organe wie Blutgefäße, Lunge und Haut können ihre lebenswichtigen Aufgaben nur erfüllen, wenn sie über die nötige Elastizität und Spannkraft verfügen. Diese Eigenschaften erhalten sie durch das Strukturprotein Elastin. Es ist Hauptbestandteil der elastischen Fasern des Bindegewebes. Doch der Körper bildet es nur einmal. Durch Umwelteinflüsse, Alterungsprozesse sowie Verletzungen werden die elastischen Fasern beschädigt. Einmal zerstört, ist ihre Wirkung nicht wieder herstellbar. Deshalb verlieren Organe und Gewebe immer mehr an Elastizität und können schließlich ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Besonders problematisch sind großflächige Verletzungen der Haut sowie tiefe und chronische Wunden. Sie treten vor allem bei altersbedingten Erkrankungen wie Diabetes auf. Diesem Problem begegnet das Fraunhofer Institut mit innovativen Wundauflagen: Natürliches Elastin wird aus Nebenerzeugnissen der Lebensmittelindustrie gewonnen und zu Materialien für Wundauflagen verarbeitet. Dabei handelt es sich um Nanofaservliese oder Proteinschwämme. Die Vliese werden mittels Elektrospinnen hergestellt. Sie sind besonders gut geeignet, um großflächige Wunden zu behandeln. Die Proteinschwämme werden durch Gefriertrocknung hergestellt und haben ein hohes Quellvermögen. Sie dienen der Behandlung von tiefen Wunden. Das Material hat drei positive Effekte: Die Wundheilung wird beschleunigt, Entzündungen werden gehemmt und die Elastizität sowie das Erscheinungsbild des Narbengewebes werden verbessert. Dies schafft eine innovative und bio-basierte Lösung für die Versorgung chronischer Wunden.


3. Preis:
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum Magdeburg INKA Healthtec Innovation Laboratory, Orthopädische Universitätsklinik

Thomas Sühn, Nazila Esmaeili, Moritz Spiller, Dr. Alfredo Illanes, Dr.-Ing. Axel Boese, Prof. Dr. Michael Friebe, Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann, Prof. Dr. Jessica Bertrand, Maximilian Costa

Innovationstitel: IntraOrthoSense - intraoperative vibroakustische Abtastung von Gelenkknorpel für die klinische Entscheidungsunterstützung

Osteoarthrose des Knies ist gerade bei älteren Menschen verbreitet. Die Krankheit sorgt dafür, dass Prothesen als Ersatz des Kniegelenks zu den häufigsten Operationen in Deutschland gehören. Das bedeutet in den kommenden Jahrzehnten enorme Belastungen für die einzelnen Betroffenen wie auch für das Gesundheitssystem allgemein. Deshalb ist eine Abwägung wichtig: Der optimale Zeitpunkt und Umfang einer Operation müssen zweifelsfrei bestimmt und die Rehabilitationsmaßnahmen überwacht werden. Dafür ist die Bewertung des Gelenkknorpels entscheidend. Dies geschieht bisher anhand von Röntgenbildern. In vielen Fällen entspricht das nicht dem tatsächlichen Zustand des Knorpels, wie er sich bei der Operation zeigt. IntraOrthoSense liefert hier einen innovativen Ansatz: Der Gelenkknorpel kann intraoperativ bewertet werden. Dazu wird das Gewebe mit Hilfe eines Palpierstabs abgetastet. Die entstehenden vibroakustischen Signale am gegenüberliegenden Ende des Stabs werden über eine spezielle Sensoranordnung erfasst. Die gewonnenen Informationen werden direkt analysiert. Das erlaubt noch im OP Rückschlüsse über die mechanischen Eigenschaften des Knorpels. Der Schweregrad der Arthrose kann objektiv bewertet werden – sowohl in der offenen als auch arthroskopischen Chirurgie. Mit Hilfe dieser Entscheidungsunterstützung kann der optimale Zeitpunkt sowie nötige Umfang des Gelenkersatzes bestimmt werden. Gleichzeitig werden Invasivität und Trauma für die Patienten reduziert.



Kategorie: „Innovativste Produktentwicklung/ Dienstleistungen / Geschäftsmodelle

1. Preis:
Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg

Martin Kirch, Olaf Poenicke, Maik Gronenberg

Innovationstitel: ScanSpector – Automatische Frachtvermessung in Produktion und Logistik

Im Bereich der Logistik wird das Volumen einer Fracht in der Regel manuell bestimmt. Die Maße werden mithilfe von Bandmaß oder Gliedermaßstab erfasst. Zwar gibt es automatische Systeme mit erfahrbaren Linienlasern. Doch diese sind kostenintensiv und stationär. ScanSpector hat neue Ansätze zur Frachtvermessung. Das System ist mit Scan-Säulen modular aufgebaut. Es ermittelt automatisch die Abmaße einer Fracht oder Palette, während diese vorbeifährt. Gleichzeitig wird die Fracht identifiziert – per RFID, Barcode oder Klarschrifterkennung. Zentrales Element von ScanSpector ist eine Frachtinspektionssäule mit integrierten Tiefenbildsensoren. Sie scannt die vorbeifahrende Fracht permanent mit einer hohen Bildwiederholrate. So werden separat blickwinkelabhängige Tiefeninformationen ermittelt, inklusive der Farbwerte RGB. Aus diesen Informationen wird ein 3D-Gesamtbild der Fracht erstellt. Für einen vollständigen 3D-Scan werden üblicherweise zwei gegenüberstehende Säulen benötigt. Sie ermöglichen sowohl eine Rundum-, als auch eine Draufsicht. Alle sendungsrelevanten Daten einer Fracht können direkt im laufenden Logistik-Prozess ohne zeitlichen Mehraufwand ermittelt werden. Das System gibt sie direkt an das Transportmanagementsystem weiter. Zudem wird jedes Transporthilfsmittel, wie Gabelstapler, Hubwagen oder Ameise, mit 2D-Codes gekennzeichnet. Das ermöglicht, den exakten Aufnahmepunkt der Ware zu bestimmen, unabhängig vom Kippwinkel, der aktuellen Position, Gabelhöhe und Fahrtrichtung.



2. Preis:
COMAN Software GmbH, Stendal

Timur Ripke, Sven Kägebein

Innovationstitel: Der smarte Datenhub für den industriellen Großanlagenbau - Schwerpunkt Automotive

COMAN setzt im Automotive-Anlagenbau an: Der Informationsaustausch beim Um- und Aufbau von Anlagen ist heute noch weitestgehend analog. Oft findet er in unterschiedlichen, in sich geschlossenen Systemen statt. Projektfortschritte werden manuell auf Punktelayouts oder in Baustellentagebüchern erfasst. Die Folge sind ungenaue Ressourcen- und Kostenkalkulationen, fehlende Transparenz des realen Projektstatus, multiple Datenpflege und hohe Fehleranfälligkeit. COMAN ist eine Verkettung von vier Produkten: dem Manager, der Mobile- und LoP-App und dem Dashboard. Fortschritte, Verzögerungen oder Mängel werden vor Ort erfasst und der Entscheider-Ebene in Echtzeit übermittelt. Der Manager ist die Hauptzentrale. Sie schließt alle Projektinformationen in sich zusammen und stellt sie allen Projektteilnehmern zur Verfügung: Die Informationen gelangen über die Applikationen „Mobile” und „LoP“ zu den beteiligten Mitarbeitern auf der Baustelle und wieder zurück. Das ermöglicht eine einheitliche Kommunikation über alle Ebenen, Datendurchgängigkeit und einen ganz neuen Standard im Anlagenbau. Alle Projektdaten werden zentralisiert und es entsteht eine nie dagewesene Transparenz. Alle Prozesse können effizienter organisiert werden und der Datenaustausch wird auf eine neue Ebene gebracht. Zudem werden zu allen branchenüblichen Software-Lösungen Schnittstellen aufgebaut und Daten-Silos abgelöst. So bleiben eingepflegte Anwendungen im Unternehmen weiterhin nutzbar. Wichtige Daten existieren nicht geschlossen und der Anlagenaufbau wird digitalisiert. Effizienz und Qualität werden um durchschnittlich 60 Prozent gesteigert.



3. Preis:
Infinite Devices GmbH, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alexander Alten-Lorenz, Bruno Kamm, Alexandra Sarstedt, Prof. Dr. Marko Sarstedt

Innovationstitel: Infinimesh - eine vollumfängliche Plattform für IoT-Kommunikation

Das Internet der Dinge (IoT) gilt als eine der bahnbrechendsten technologischen Revolutionen seit der Erfindung des Internets. Damit Unternehmen jedoch die Vorteile nutzen können, benötigen sie eine Plattform, die ihre Geräteflotte verwaltet. Der Markt wird aktuell von proprietären Cloud-basierten Lösungen dominiert. Diese Anbieter erfüllen allerdings nur bedingt die Anforderungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie verursachen langfristig erhebliche Kosten durch Lock-in-Effekte und sind in ihrem Leistungsangebot eingeschränkt. Dadurch mangelt es an Skalierbarkeit und Sicherheit. Gleichzeitig ist der Aufbau einer Inhouse-Lösung für Unternehmen in der Regel zu teuer. Infinimesh ist eine Open-Source- Plattform. Sie nutzt cutting-edge-Technologie wie Kubernetes, Kafka und DGRaph als Grundlage für eine unabhängige IoT-Plattform. Infinimesh ermöglicht, komplette IoT-Ökosysteme zu integrieren, unabhängig von einer bestimmten Cloud-Technologie oder einem bestimmten IT- Dienstleister. Dies bedeutet, dass Nutzer ihre IoT-Geräte auf internen Systemen verwalten können und somit die volle Kontrolle über ihre Daten behalten. Damit entspricht die Plattform in vollem Umfang den Datenschutzbestimmungen der DSGVO. Gleichzeitig kann infinimesh problemlos mit branchenüblichen Lösungen wie Siemens Mindsphere und IBM Watson IoT verbunden werden. Die Plattform setzt auf dem von Google entwickelten Kubernetes-System auf, das nicht nur extrem sicher ist, sondern auch eine unkomplizierte Skalierung von wenigen bis zu Millionen von Geräten zulässt. Hierdurch werden exponentiell steigende Kosten vermieden, sobald die Anzahl der Geräte steigt. Das erhöht die Kosten- und Planungssicherheit.


Kategorie: Sonderpreis „Innovativste Projekte aus dem Bereich APITs - Applied Interactive Technologies"

1. Preis:
Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Fakultät für Informatik, Institut für Intelligente Kooperierende Systeme (IKS), AG Software Engineering, Landeskriminalamt Sachsen- Anhalt, METOP GmbH

Prof. Dr. Frank Ortmeier, M Sc. Marco Filax, Ralf Heidrich, Maria Mendat, Prof. Dr. Thomas Leich, Stephan Dassow

Innovationstitel: „EVOK: Echtzeit Vor-Ort-Aufklärung und Einsatzmonitoring“

Geiselnahmen und ähnliche Einsätze von Spezialkräften der Polizei erfordern ein schnelles und professionelles Handeln, um das Leben möglicher Opfer wie auch der Einsatzkräfte zu schützen. Dies wird insbesondere in Gebäuden dadurch erschwert, dass den Tätern meist das räumliche Umfeld bekannt ist. Einsatzkräfte und -leitung müssen sich hingegen erst orientieren und tauschen sich in der Regel verbal aus. Das EVOK System ermöglicht vor Ort eine akkurate und umfassende Lageaufklärung in Echtzeit. Das System erlaubt, in Echtzeit ein virtuelles mehrdimensionales Modell der Umgebung zu erstellen. Personen können während des laufenden Einsatzes verortet werden und eine multiperspektivische Lagedarstellung wird ermöglicht. Ein Schwerpunkt liegt darauf, in Echtzeit Karten zu generieren und mit Informationen anzureichern. Unter anderem werden die Positionen der Einsatzkräfte, Gefahrenstellen oder nachzuführenden Kräfte markiert. Die Informationen werden, zugeschnitten auf die Nutzergruppe, visualisiert. Das erleichtert, schnelle Entscheidungen zu treffen. Das Forscherteam hat mithilfe von AI- Technologie die benötigten Algorithmen optimiert, ein eigenes Hardware-System konzipiert und prototypisch realisiert. Der Prototyp soll in ein Produkt überführt werden. Das Projekt erregte bereits Aufmerksamkeit in der Presse und seitens anderer Landeskriminalämter.



2. Preis:
3DQR GmbH, Magdeburg

Daniel Anderson, Maximilian Unbescheidt

Innovationstitel: 3DQR Studio (Webplattform zur Erstellung eigener Augmented Reality Inhalte)

3DQR bietet mit 3DQR Studio und der 3DQR App ein voll funktionsfähiges Augmented-Reality- Ökosystem. Die Augmented Reality Technologie von 3DQR wird bereits von vielen Unternehmen eingesetzt, um AR-Szenen darzustellen. Diese wurden im Rahmen von Projekten speziell für sie entwickelt. Augmented Reality bedeutet, dass virtuelle 3D-Modelle mit der realen Umgebung verschmelzen. Sie hat das Potenzial, den bisher bekannten Alltag und das Arbeitsleben vollkommen zu verändern. AR-Szenen verändern die Art zu arbeiten, zu lernen und mit dem Umfeld zu interagieren. Dies ist nicht auf einzelne Abteilungen beschränkt. Marketing und Vertrieb können genauso von AR profitieren wie die Instandhaltung sowie Wartungs- und Servicearbeit, die Anlagen- und Produktionsplanung oder die Aus- und Weiterbildung von Personal. Das Produkt der 3DQR besteht aus zwei Teilen: Einerseits einer universellen Reader- App mit eigens entwickeltem Algorithmus zur Bildverarbeitung. Er ermöglicht es erstmals, vollständige Augmented Reality-Szenen auf jedem normalen QR-Code darzustellen. Ein Patent ist angemeldet. Andererseits bildet eine neue Online-Authoring-Plattform die Grundlage dafür, dass auch mittelständische Unternehmen mit einem einfachen Baukastensystem neue AR- Szenen erstellen und auf ihren QR-Codes platzieren können. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität und legt, aufbauend auf den weit verbreiteten QR-Code-Standard, den Grundstein für einen universellen AR-Standard.



3. Preis:
prefrontal cortex GbR, Halle (Saale)

Felix Herbst, Paul Kirsten, Christian Freitag

Innovationstitel: Mars Makalös - Wissensvermittlung und archäologische Forschung in XR

Das schwedische Flaggschiff "Mars Makalös" sank im Jahre 1563 vor der Küste von Öland. Nach vielen Jahren der erfolglosen Suche wurde es erst 2011 gefunden. Doch statt es zu bergen, wurde das sensationelle Wrack in jahrelanger Arbeit detailgetreu aus zehntausenden Bildern digital zum Leben erweckt. Dieser Fund sollte Archäologen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dafür entwickelte prefrontal cortex einen spielerischen Ansatz und verband so Wissensvermittlung mit Forschung. Das macht nicht nur möglich, den Ort zu begehen. Die Gegebenheiten 80 Meter unter der Meeresoberfläche werden realistisch dargestellt. Das 3D- Modell des Wracks kann in virtueller und erweiterter Realität erlebt und analysiert werden. Als Taucher ist man hautnah dabei und sucht in der Tiefe nach Artefakten und Spuren. Als Wissenschaftlerin analysiert man die gefundenen Fragmente und dreidimensionalen Rekonstruktionen und erfährt detaillierte Hintergrundinformationen über die damalige Zeit und die heutige Forschung. „Mars Makalös“ ist das erste Produkt eines Frameworks, mit dem photogrammetrische Szenen didaktisch vermittelt und digital analysiert werden. Es findet eine breite Anwendung in Kultur, Archäologie, Lehre und Forschung. Zudem bildet es eine adäquate Brücke zwischen dem traditionellen Museum und der modernen digitalen Welt.



­­Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei: TwitterInstagramFacebook und LinkedIn.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Willingmann überreicht „Hugo-Junkers-Preis“ /
Virtuelle Preisverleihung am 29. März 2021

Magdeburg, 23. März 2021

Innovationen aus Wirtschaft und Wissenschaft „made in Sachsen-Anhalt“

Diese Zeit braucht kluge Köpfe. Dieses Motto wird 2020 ganz besonders zum Leitspruch für den „Hugo-Junkers-Preis“. Und obwohl sich die Finalisten im vergangenen Jahr coronabedingt nur virtuell präsentieren konnten, zieht die Jury dennoch ein durchweg positives Resümee. „Überzeugende Ideen sowie engagierte Innovationen und Umsetzungen kennzeichnen diesen Wettbewerb. Bemerkenswert ist vor allem die große Bandbreite an innovativen Ideen aus zahlreichen Technologiefeldern und auch die hohe Beteiligung trotz der coronabedingten Einschränkungen“, fasst die Juryvorsitzende Prof. Dr. Julia C. Arlinghaus zusammen.

Aus knapp 100 Bewerbungen schafften es insgesamt 21 in die Finalrunde und präsentierten ihre zukunftsfähigen Vorhaben. Am 29. März 2021 ab 14 Uhr wird Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann als Schirmherr die insgesamt zwölf Erstplatzierten in den vier Kategorien live in einer virtuellen Preisverleihung bekannt geben. Gern stellen wir Kontakt zu den Finalisten her, wenn Sie im Vorfeld der Preisverleihung über die bemerkenswerten Ideen aus Ihrer Region berichten möchten.

Hintergrund: Seit knapp 30 Jahren lobt das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung den Innovationspreis aus. Mit dem „Hugo- Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ soll dieLeistung innovativer Unternehmer/-innen und Wissenschaftler/-innen ausgezeichnet und ihre Arbeit unterstützt werden. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Die diesjährigen Sonderpreise werden in derKategorie „Innovativste Projekte aus dem Bereich APITs – Applied Interactive Technologies“ vergeben.

Gesucht wurden Unternehmen, die mit ihren Visionen, ihrem kreativen Denken sowie mit ihren innovativen Geschäftsmodellen und Strategien neue Produkte und Dienstleistungen für neue Märkte schaffen oder bestehende Märkte verändern. Bei den Projekten sollte es sich um marktreife Innovationen handeln.

Die 21 Finalisten des „Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation aus Sachsen- Anhalt 2020“ in der Reihenfolge der Präsentation im Rahmen der Jurysitzung am 10. November 2020:

/// Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Physik, Fachgruppe μMD

Dr. Maria Gaudig, Dr. Thorsten Hickmann, Dr. Wolfram Münchgesang
Innovation: Bipolarplatten aus Ti-Komposit für die Wasserstoff-Elektrolyse _____________________________________________________________________________

Otto-von Guericke-Universität, Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik, Institut für Verfahrenstechnik, Magdeburg

Dr. Dirk Benndorf, Prof. Udo Reichl, Prof. Gunter Saake
Innovation: Metaproteomics für funktionelles High-Throughput-Monitoring von Mikrobiomen in Medizin, Technik und Umwelt _____________________________________________________________________________

Universitätsklinik Magdeburg, Medizinische Fakultät/Orthopädie, Magdeburg

Ann-Kathrin Meinshausen, Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann, Prof. Dr. rer. nat. Jessica Bertrand
Innovation: C9 als Biomarker für Protheseninfektion _____________________________________________________________________________

Otto-von-Guericke-Universität, Fakultät für Maschinenbau, Institut für Werkstoff- und Fügetechnik /
Leibnitz Institut für Neurobiologie, Magdeburg

Prof. Dr. Dr. Kentaroh Takagaki, Dipl.-Ing. Markus Wilke
Innovation: Die „Magdeburger“ Elektrode zur Aufzeichnung von Hirnaktivitäten und zur Behandlung von Hirnerkrankungen _____________________________________________________________________________

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Dr. Matthias Jung, Carla Hartmann, Prof. Dr. Dan Rujescu
Innovation: ScreenHub: Personalisiertes/Alzheimer-spezifisches Blut-Hirn-Schranken Modell für Target/Medikamenten Screening
_____________________________________________________________________________


/// Innovativste Projekte der angewandten Forschung

tacpic UG (haftungsbeschränkt), Magdeburg

Robert Wlček, Laura Evers, Florentin Förschler,
Innovation:  tacpic – Ertastbare Grafiken für blinde und sehbehinderte Menschen
_____________________________________________________________________________

NanoFract / Transfer- und Gründerzentrum (TuGZ) Magdeburg

Polina Aman, Dr. Sergej Aman
Innovation:  Nanomodifizierte Kunststoffe
_____________________________________________________________________________

Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, Halle (Saale)

Prof. Dr. Mario Beiner, Dr. Ulrich Wendler, 
Innovation:  Biomimetischer Synthesekautschuk
_____________________________________________________________________________

Otto-von-Guericke Universität, Fakultät für Elektrotechnik, Institut für Medizintechnik, Magdeburg

Enrico Pannicke, Marcus Prier, Markus Fritzsche
Innovation:  Interventionelle Spule
_____________________________________________________________________________

Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, Halle (Saale)

Tobias Hedtke, Dr. Marco Götze, Dr. Christian Schmelzer
Innovation: Innovative Wundauflagematerialien auf Basis von Elastin MatriHEAL
_____________________________________________________________________________

Otto-von-Guericke Universität, Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum Magdeburg INKA Healthtec Innovation Laboratory, Magdeburg

Thomas Sühn, Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann
Innovation:  IntraOrthoSense - intraoperative vibroakustische Abtastung von Gelenkknorpel für die klinische Entscheidungsunterstützung
_____________________________________________________________________________


/// Innovativste Produktentwicklung

COMAN Software GmbH, Stendal

Timur Ripke, Sven Kägebein
Innovation:  Der smarte Datenhub für den industriellen Großanlagenbau – Schwerpunkt Automotive
_____________________________________________________________________________

Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg

Martin Kirch, Olaf Poenicke, Maik Groneberg
Innovation:  ScanSpector – Automatisierter Frachtscanner für die Logistik
_____________________________________________________________________________

Exipnos GmbH, Merseburg

Peter Putsch
Innovation:  BioCelain
_____________________________________________________________________________

Infinite Devices GmbH / Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alexander Alten-Lorenz, Bruno Kamm, Alexandra Sarstedt, Prof. Dr. Marko Sarstedt
Innovation:  infinimesh – eine vollumfängliche Plattform für IoT-Kommunikation
_____________________________________________________________________________

 CONVELA GmbH, Halle (Saale)

Stefanie Oeft-Geffarth
Innovation:  Funeral Marketplace – der Marktplatz für die „Lebenslage Tod”
_____________________________________________________________________________

Inflotec GmbH, Magdeburg

Regina Martina Findling, Martin Drewes
Innovation:  Autonome mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage WAVER
_____________________________________________________________________________


/// Sonderpreis: Innovativste Projekte aus dem Bereich APITs – Applied Interactive Technologies

3DQR GmbH, Magdeburg

Daniel Anderson, Maximilian Unbescheidt
Innovation:  3DQR Studio (Webplattform zur Erstellung eigener Augmented-Reality-Inhalte)
_____________________________________________________________________________

Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Fakultät für Informatik, Institut für Intelligente Kooperierende Systeme (IKS), AG Software Engineering, LKA Sachsen-Anhalt, METOP GmbH

Prof. Dr. Frank Ortmeier, Marco Filax
Innovation:  EVOK: Echtzeit Vor-Ort-Aufklärung und Einsatzmonitoring
_____________________________________________________________________________

prefrontal cortex GbR, Halle (Saale)

Felix Herbst
Innovation:  Mars Makalös — Wissensvermittlung und archäologische Forschung in XR
_____________________________________________________________________________

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Dr. Milos Dordevic, Prof. Holger Müller, Sumit Kinou, Benjamin Zober
Innovation:  Virtual Reality (VR)-Training mit vielfältigen, anpassbaren und barrierefreien Rehabilitationsübungen für Schlaganfallpatienten
_____________________________________________________________________________

YouTube-Direktlink zur Preisverleihung

Die Jury des Hugo-Junkers-Preises:

PROF. DR. JULIA C. ARLINGHAUS, Juryvorsitzende
Institutsleiterin Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg

PROF. DR.-ING. SYLVIA ROHR
Mitglied im Aufsichtsrat des DFK-Verband für Fach- und Führungskräfte e.V.

PROF. DR. MIRKO PEGLOW
Geschäftsführer der IPT-Pergande Gesellschaft für Innovative Particle Technology mbH

PROF. DR. RALF B. WEHRSPOHN
Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft für den Bereich Technologiemarketing und Geschäftsmodelle

BERIT ZIMMERMANN
Bankdirektorin in der NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale für Sachsen-Anhalt in Magdeburg

PETER HINRICHS
Referent für Forschungsförderung, Technologietransfer, Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen- Anhalt

PROF. DR. JÖRG HACKER
Altpräsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

PROF. DR. CAROLA GRIEHL
Geschäftsführende Direktorin des Center of Life Sciences der Hochschule Anhalt

PROF. DR. KERSTIN BAUMGARTEN
Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Transfer der Hochschule Magdeburg-Stendal

HANS-PETER KEMSER
Werkleiter BMW Group Werk Leipzig

DR. JAN ALBERTI
Vorstand der bmp Ventures AG

Zu den Partnern des Preises gehören unter anderem die Handwerkskammern Magdeburg und Halle, die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau sowie die Metropolregion Mitteldeutschland. Eine Übersicht der weiteren Partner finden Sie auf HIER.

­­Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei: TwitterInstagram und Facebook.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

„Hugo Junkers Preis 2020“ sorgt für fast 100 Bewerbungen /
Jury wählt innovativste Projekte

Magdeburg, 8. Oktober 2020

Trotz Corona-Krise: Einreichungen auf Fünf-Jahres-Hoch

Um den diesjährigen „Hugo Junkers Preis“ bewerben sich fast 100 innovative Projekte aus allen Teilen Sachsen-Anhalts – und damit so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die eingereichten Unterlagen werden jetzt begutachtet und die aussichtsreichsten Forschungsansätze, Produkte und Prozesse für die Jurysitzung am 10. November 2020 nominiert. Dann können die kreativen Köpfe hinter den Projekten ihre Konzepte und Geschäftsmodelle präsentieren.

„Die hohe Zahl der Bewerbungen zeigt, dass Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Innovationen setzen. Sie sind die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit Sachsen-Anhalts“, unterstreicht Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann als Schirmherr.

Der „Hugo Junkers Preis“ wird 2020 in vier Kategorien vergeben:

     + Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,
     + Innovativste Projekte der angewandten Forschung,
     + Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,
     + Sonderpreis: Innovativste Projekte aus dem Bereich „Applied Interactive Technologies“ (APITs)

Beim Sonderpreis werden in diesem Jahr interaktive Technologien aus dem Games-Bereich gesucht, die großes Potential für „Wirtschaft 4.0“ haben. Dazu können bekannte Technologien wie Virtual und Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz (KI) gehören, aber auch der Transfer von bislang eher wirtschaftsfernen Spielemechanismen, um bestehende Prozesse und Produkte in Unternehmen zu verbessern.

Der „Hugo Junkers Preis 2020“ ist mit insgesamt 80.000 Euro Sachsen-Anhalts höchst dotierter Forschungs- und Innovationspreis. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Jurysitzung, bei der die Finalisten ihre Projekte vor der Jury präsentieren, soll am 10. November stattfinden. Die Preisverleihung ist für den 2. Dezember 2020 im Schloss Köthen geplant

Weitere Informationen zum „Hugo Junkers Preis“, der seit 1991 vergeben wird, gibt es unter www.hugo-junkers-preis.de.

­­Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei: TwitterInstagram und Facebook.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Endspurt für den „Hugo Junkers Preis 2020“ / Willingmann ruft zur Last-Minute-Bewerbung auf

Magdeburg, 25. September 2020

Frist für Bewerbungen bis 1. Oktober / 80.000 Euro Preisgeld in 4 Kategorien

Noch bis zum 1. Oktober 2020 haben kluge Köpfe aus Sachsen-Anhalt die Chance, sich mit ihren innovativen Projekten, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen aus Wissenschaft und Wirtschaft für den höchstdotierten Forschungs- und Innovationspreis des Landes zu bewerben.

„Wenngleich viele Institutionen und Unternehmen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie neu planen und Prioritäten ändern mussten, bleiben es doch die innovativen Forschungsansätze und zukunftsfähigen Projekte, mit denen die Menschen aus Sachsen-Anhalt unser Land weiter nach vorne bringen“, betont Minister Prof. Dr. Armin Willingmann und ruft als Schirmherr zur Last-Minute-Bewerbung um den „Hugo Junkers Preis 2020“ auf.
In insgesamt vier Kategorien sucht eine Jury aus namhaften Vertretern der Wissenschaft und Wirtschaft nach den:

     + Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,
     + Innovativste Projekte der angewandten Forschung,
     + Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,

Als Sonderpreis wird 2020 der Themenschwerpunkt „Applied Interactive Technologies“ (APITs) ausgelobt. Gesucht werden interaktive Technologien aus dem Games-Bereich, die großes Potential für „Wirtschaft 4.0“ haben. Dazu können bekannte Technologien wie Virtual und Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz (KI) gehören, aber auch der Transfer von bislang eher wirtschaftsfernen Spielemechanismen, um bestehende Prozesse und Produkte in Unternehmen zu verbessern.

Der „Hugo Junkers Preis 2020“ ist mit insgesamt 80.000 Euro Sachsen-Anhalts höchst dotierter Forschungs- und Innovationspreis. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Jurysitzung, bei der die Finalisten ihre Projekte vor der Jury präsentieren, soll am 10. November stattfinden. Die Preisverleihung ist für den 2. Dezember 2020 im Schloss Köthen geplant

Weitere Informationen zur Bewerbung sowie zum „Hugo Junkers Preis“, der seit 1991 vergeben wird, gibt es unter www.hugo-junkers-preis.de.

­­Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei: TwitterInstagram und Facebook.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Startschuss für „Hugo-Junkers-Preis 2020“ / Willingmann: Schaufenster für kluge Köpfe

Magdeburg, 18. Mai 2020

Bewerbungen bis 1. Oktober möglich / 80.000 Euro Preisgeld in 4 Kategorien

Bühne frei für Bestleistungen „made in Sachsen-Anhalt“: Ab sofort sind wieder Bewerbungen um den höchstdotierten Innovationspreis des Landes möglich. Für den „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen- Anhalt“ werden auch 2020 wieder Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft gesucht, die unser Bundesland mit Kreativität und Tatkraft voranbringen.

„Die Innovationsfähigkeit bestimmt ganz maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Das unterstreicht der Hugo-Junkers-Preis jetzt schon seit fast drei Jahrzehnten. Auch in diesem Jahr bieten wir ein lohnendes Schaufenster für innovative Ideen und kluge Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft des Landes. Gerade in der Corona-Krise und insbesondere für die Zeit danach sind wir noch stärker auf Innovationen angewiesen“, betont Schirmherr und Minister Prof. Dr. Armin Willingmann.

Bis zum 1. Oktober 2020 können innovative Projekte eingereicht werden. Neben den drei etablierten Kategorien:

     + Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,
     + Innovativste Projekte der angewandten Forschung,
     + Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,

gibt es in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis zum Themenschwerpunkt „Applied Interactive Technologies“ (APITs). Gesucht werden interaktive Technologien aus dem Games-Bereich, die großes Potential für „Wirtschaft 4.0“ haben. Dazu können bekannte Technologien wie Virtual und Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz (KI) gehören, aber auch der Transfer von bislang eher wirtschaftsfernen Spielemechanismen, um bestehende Prozesse und Produkte in Unternehmen zu verbessern.

Neu ist 2020 auch die Zusammensetzung der Jury; gleich drei Frauen wurden in das Gremium berufen. Neben Prof. Dr. Julia C. Arlinghaus, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, die in diesem Jahr auch den Juryvorsitz übernimmt, komplettieren Prof. Dr. Carola Griehl (Geschäftsführende Direktorin des Center of Life Sciences der Hochschule Anhalt) und Prof. Dr. Kerstin Baumgarten (Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Transfer der Hochschule Magdeburg-Stendal) die elfköpfige Jury.

„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, drei weitere renommierte Persönlichkeiten für die Mitarbeit in der Jury unseres Hugo-Junkers-Preises zu gewinnen. Gleichzeitig danke ich der bisherigeren Juryvorsitzenden Prof. Dr. Sylvia Rohr und den ausscheidenden Mitgliedern Prof. Dr. Harald Goldau und Prof. Dr. Ingo Schellenberg für ihre geleistete Arbeit“, betonte Minister Willingmann.

Der „Hugo-Junkers-Preis 2020“ ist mit insgesamt 80.000 Euro Sachsen-Anhalts höchst dotierter Innovationspreis. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Preise werden am 2. Dezember 2020 in Halle (Saale) verliehen. Weitere Informationen zur Bewerbung sowie zum Preis, der seit 1991 vergeben wird, gibt es unter www.hugo-junkers-preis.de.

­­Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei: TwitterInstagram und Facebook.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Willingmann verleiht „Hugo-Junkers-Preise 2019“: „Kluge Köpfe gehören ins Rampenlicht“


Magdeburg, 4. Dezember 2019

79 Bewerbungen / 12 Preisträger in 4 Kategorien / 80.000 Euro Preisgeld

Vorhang auf für Top-Innovationen „Made in Sachsen-Anhalt“: Minister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute die „Hugo-Junkers-Preise für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2019“ verliehen. Zwölf Preisträger in vier Kategorien erhielten im Technikmuseum „Hugo-Junkers“ in Dessau-Roßlau die mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Auszeichnungen. In diesem Jahr hatten sich 79 zukunftsweisende Projekte und Produkte aus Wirtschaft und Wissenschaft beworben.

Die Sieger in den vier Kategorien sind (Details auf Seiten 2 ff.):

  • Ein neuartiger Ansatz zur Behandlung von Demenz und psychischen Störungen (Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“),

  • Ein Zero-Emission-Kreislaufmotor zur Rückverstromung von grünem Wasserstoff (Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“),

  • Ein einzigartiges Verfahren zur Herstellung einer veganen Leder-Alternative (Kategorie „Innovativste Produktentwicklung / Dienstleistungen / Geschäftsmodelle“),

  • Ein visionärer Autoscanner für visuelle Fahrzeugbewertungen („Sonderpreis Innovativste Projekte aus den Bereichen Mobilität und Logistik“).

Für Willingmann ist der Hugo-Junkers-Preis „das Schaufenster für innovative Ideen und kluge Köpfe aus Sachsen-Anhalt“. Er sagte: „Ich freue mich, dass wir die Ideengeber von morgen auszeichnen können; sie bringen Sachsen- Anhalt mit Mut und Kreativität voran. Ganz im Sinne des Flugzeugpioniers Hugo Junkers trifft exzellente Forschung auf praxisorientierte Entwicklung und marktfähige Innovationen. Die großartigen Leistungen unserer klugen Köpfe aus Wirtschaft und Wissenschaft gestalten Zukunft und gehören daher unbedingt ins Rampenlicht.“

Die Preisträger in den vier Kategorien:

Kategorie: „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“:

1. Preis:
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Magdeburg
Prof. Dr. Alexander Dityatev, Dr. Hristo Varbanov, Prof. Dr. Rita Gerady-Schahn

Innovationstitel: Behandlung von Demenz und psychischen Störungen mit natürlichen Glykanen (PolySia)

Krankheiten wie Schizophrenie, bipolare Störung, Depression und Demenz bedeuten auch Gedächtnisverlust. Grund dafür ist eine Störung der Synapsen, die im Gehirn Informationen übertragen. Sind Menschen erkrankt, werden die Rezeptoren dieser Nervenzellen zu stark aktiviert und auf lange Sicht sterben Neurone ab. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) hat einen körpereigenen Hemmstoff entdeckt – das Glykan PolySia. Es kann dazu beitragen, dass Schäden am Gedächtnis wieder geheilt werden, ist jedoch als Therapeutikum ungeeignet. Deshalb hat das DZNE einen ähnlichen Stoff gesucht und dabei bestimmte längenoptimierte Glykane identifiziert. Werden diese verabreicht, gelangen sie ins Gehirn, hemmen bei Mäusen die Rezeptoren und können das Gedächtnis wiederherstellen.

2. Preis
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Chemie/ Technische Chemie, Halle (Saale), Universität Leipzig, Institut für Technische Chemie, Leipzig: Prof. Dr.-Ing. Thomas Hahn, Prof. Dr. Dirk Enke, Felix Marske, Lena Fiedler

Innovationstitel: Form-stabilisierte Latentwärmespeicherwände zur massiven Speicherung von Raumwärme

Mehr als 20 Prozent des weltweiten Energiebedarfs werden genutzt, um Gebäude und Wasser zu kühlen oder zu erwärmen. Mit dem bekannten Baumaterial Micronal-PCM könnten Gebäude künftig besser gedämmt werden. Dafür wird flüssiges Latentwärmespeichermaterial (PCM) in mikroskopisch kleine Kapseln eingebracht, wodurch 14-mal mehr Wärme gespeichert wird als bei typischen Baumaterialien aus Gips und Beton. Zudem gibt es keine Probleme mit Schimmel oder Algen. Dabei ist es derzeit noch schwierig, rissfreie Wände aus PCM zu bauen und die mechanische Stabilität zu erhalten. Dieser Herausforderung stellten sich die Forscher der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie stellten als erste Gruppe weltweit im großen Maßstab rissfreie form-stabilisierte Wände her, die einen möglichst hohen Masseanteil an PCMs haben (etwa 86 wt%) und zugleich mechanisch stabil bleiben. Dadurch können die Platten wie klassische Wärmedämmmaterialien vor bestehenden Betonwänden angebracht werden.

3. Preis
Universitätskinderklinik Magdeburg, Abteilung für Experimentelle Pädiatrie, Otto-von- Guericke-Universität Magdeburg
Prof. Dr. Monika C. Brunner-Weinzierl, Dr. Mandy Pierau, Dr. Holger Lingel

Innovationstitel: BioTEMPT – Neue Methode zur zielgenauen Steigerung der Immunabwehr gegen Tumore

Tumore und Metastasen werden im natürlichen Immunsystem nur von den CD8-Killerzellen gezielt bekämpft. Doch diese Zellen stehen am Ende der Aktivierungskette und das Immunsystem fällt bei chronischen Krankheiten in eine Art Erschöpfungszustand. Bisherige Therapieansätze zielen darauf ab, das System zu reaktivieren. Die Medikamente bestehen zum Beispiel aus Antikörpern, die auf die Rezeptoren der Körperzellen einwirken und so die Abwehr anregen. Doch diese Antikörper wirken auf alle möglichen Zellen mit dem jeweiligen Rezeptor. Folgen sind erhebliche Nebenwirkungen und ein hyperaktives Immunsystem. Das Forscherteam der Universitätskinderklinik setzt jetzt gezielt bei den wirkungsvollen CD8-Killerzellen an. Die Forscher haben eine Kombination von natürlichen Oberflächenmolekülen entdeckt, mit welchen sich die körpereigenen Killerzellen gezielt aktivieren lassen. Dies ermöglicht eine individuelle Therapie, die effektiver, schonender und zielgenauer ist. Weil sich das Immunsystem die passgenaue Antwort merkt, wirkt die Therapie sogar gegen zukünftige Metastasen.



Kategorie: „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“:

1. Preis:
WTZ Roßlau gGmbH
Dr. Christian Reiser, Manuel Cech, Matthias Knape, Tobias Ehrler, Titus Tschalamoff, Tom Wilfert, David Nehl

Innovationstitel: Zero-Emission-Kreislaufmotor zur Rückverstromung von grünem Wasserstoff

Der Zero-Emission-Kreislaufmotor könnte schon bald der fehlende Baustein in der Energiewende sein. Wasserstoff und Sauerstoff werden bedarfsgerecht rückverstromt – bei vollständiger Emissionsfreiheit. Der Motor arbeitet im Wesentlichen wie ein gewöhnlicher Hubkolbenmotor, aber ohne klassische Ansaugung und Auspuff. Als Treibstoff dient Wasserstoff, der mittels Druckelektrolyse regenerativ erzeugt wird. Über elektronisch gesteuerte Gaseinblaseventile wird er mit hohem Druck direkt in den Brennraum eingebracht. Für die Verbrennung braucht es auch Sauerstoff. Doch Ansaugluft enthält Stickstoff und die Verbrennungstemperaturen sind hoch. Deshalb entstehen bei der Wasserstoffverbrennung unter atmosphärischen Bedingungen umweltschädliche Stickoxide. Die WTZ Roßlau gGmbH verwendet im Kreislaufprozess daher Reinsauerstoff aus der Elektrolyse. Der Sauerstoff wird über einen Gaszumischer dem Inertgas zugemischt und über das Einlassventil angesaugt. Im Brennraum wird das Gasgemisch wie beim hybridisierten dieselähnlichen Brennverfahren mittels Glühzündung entzündet. Das Gas breitet sich aus und setzt den Kolben in Bewegung. Über die Pleuelstange wird diese translatorische Bewegung in eine rotatorische Bewegung der Kurbelwelle umgesetzt, welche einen Generator antreibt. Dieser wandelt die Bewegungsenergie schließlich in elektrische Energie um. Das neue Brennverfahren ist wirkungsvoller als luftansaugende Motoren und zugleich emissionsfrei. Es entsteht lediglich Wasserdampf, der wieder in den Kreislauf übergeht.

2. Preis:
Advanced-Core-Solutions (Soplain GmbH), Sülzetal; TU Bergakademie Freiberg, Gießerei Institut
Wolfram Bach, Eric Riedel, Michael Kaftan, Michael Bremert

Innovationstitel: Elektrisches Aushärten anorganischer Sandkerne

Die Soplain GmbH hat ein neues Verfahren zur Herstellung von Sandkernen für die Autoindustrie entwickelt. Sandkerne kommen in Gussformen zum Einsatz, um Gussteile mit Hohlräumen zu fertigen. Das neue, so genannte ACS-Verfahren basiert darauf, dass die elektrische Leitfähigkeit der Kernwerkzeuge auf das jeweilige Sandbinder-Gemisch im Kernkasten angepasst wird. Dies ist erst seit kurzem möglich und bewirkt, dass die Werkzeuge homogen unter Strom gesetzt werden können. Auf diese Weise wird direkt in den Sandkernen gleichmäßige Wärme erzeugt. Kernkästen können mit Temperaturen von nur 100 bis 120°C betrieben werden und bis zu 30 Prozent schnellere Taktzeiten werden möglich. Bisher ist noch das sogenannte Cold-Box- Verfahren marktführend. Dabei wird allerdings giftiges Amingas verwendet, weshalb es in manchen Ländern bereits gesetzlich verboten ist. Bei den bestehenden anorganischen Hot-Box- Verfahren wird extern Wärme erzeugt und durch den Kernkasten dem Sandkern zugeführt. Allerdings ist Sand ein schlechter Wärmeleiter. Daher werden Kernkästen aktuell mit 180 bis 200°C betrieben, obwohl Temperaturen ab 100°C ausreichend wären. Das patentierte ACS- Verfahren soll dazu beitragen, dass Gießereien vermehrt von Cold-Box auf Hot-Box umsteigen.

3. Preis:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pharmazie; Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, PerioTrap Pharmaceuticals GmbH, Halle (Saale), Universität Bern, Klinik für Parodontologie
Prof. Dr. Karsten Mäder, Apotheker Martin Kirchberg, Dr.-Ing. Andreas Kiesow, Dr.-Ing. Sandra Sarembe, Dr. Mirko Buchholz, Prof. Dr. Sigrun Eick

Innovationstitel: PARODEX – Extrudate zur Parodontitisbehandlung

Die Behandlung der Parodontitis (bakterielle Entzündung von Gewebe und Knochen, das den Zahn umgibt und stabilisiert) ist schwierig, denn der Flüssigkeitsaustausch in der Zahnfleischtasche hat zur Folge, dass Wirkstoffe dort nur sehr kurz verweilen und abtransportiert werden. Deshalb sollten Wirkstoffe kontrolliert über mehrere Tage bis Wochen freigesetzt werden. Solche Systeme sind aber aufwendig herzustellen und schwierig in der Anwendung, weil sie spezieller Hilfsmittel bedürfen. Probleme liegen auch in der mangelnden Stabilität der Mittel. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat im Rahmen des Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik gemeinsam mit zwei Fraunhofer-Instituten eine Innovation entwickelt: PARODEX. Zum einen werden lipophile Wirkstoffkomplexe erzeugt, die in wässriger Umgebung stabiler sind und Wirkstoffe langsam freisetzen. Zum anderen werden die Komplexe zusammen mit bioabbaubaren Polymeren extrudiert, also in Form gebracht. Das Herstellungsverfahren „Extrusion” ist gut steuerbar. Durchmesser und Form können verändert und auf die gewünschte Länge geschnitten werden. Extrudate lassen sich ohne Hilfsmittel anwenden und geben die Wirkstoffe langsam und in aktiver Form frei. Bei Tests im Labor war PARODEX gegenüber üblichen Präparaten überlegen. Das Forscherteam hat eine europäische Patentanmeldung eingereicht.



Kategorie: „Innovativste Produktentwicklung/ Dienstleistungen / Geschäftsmodelle:

1. Preis:
ScobyTec, Leipzig (Produktion soll in Sachsen-Anhalt aufgebaut werden)
Carolin Wendel, Carolin Schulze, Bernhard Schipper

Innovationstitel: ScobyTec BNC – Lederersatz

Leder herzustellen, bedeutet giftige Chemikalien, hohen Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß bei der Rinderzucht sowie viel landwirtschaftliche Nutzfläche. Herkömmliche Kunstleder basieren wiederum auf Erdöl. Mit „ScobyTec BNC“ gibt es jetzt eine neuartige vegane Alternative auf Basis bakterieller Zellulose. Diese wird durch Fermentation gewonnen und bildet ein dichtes Vlies. Eine spezielle Nährmittelrezeptur versetzt die eigens gezüchtete symbiotische Kultur in die Lage, ihren Stoffwechselprozess über einen extrem langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Dabei entsteht ein Vlies mit hoher Schichtdicke und Materialstabilität. Für die weiteren Verarbeitungsschritte erarbeitete ScobyTec einen Prozess, der den Stoff stabil, flexibel und geschmeidig wie Leder macht. Das Produkt ist frei von chemischen Zusätzen und somit biologisch abbaubar. Der gesamte Prozess ist standardisiert und ermöglicht große Produktionsmengen. Die Industrie kann ScobyTec BNC wie herkömmliches Leder verarbeiten und muss Maschinen nicht umstellen. Anwendungsgebiete liegen in nachhaltigen Alternativen bei Autoledersitzen, Handtaschen oder auch Lederschuhen, die hohen mechanischen Belastungen standhalten müssen.

2. Preis:
CRONIMET Envirotec GmbH, Bitterfeld-Wolfen,
Alle Mitarbeiter der CRONIMET Envirotec GmbH unter CEO Dr. Filipe M. Costa

Innovationstitel: Innovative Aufbereitungstechnologie für metallhaltige Pulver und Schlämme

Täglich fallen in Deutschland große Mengen an metallhaltigen Schlämmen, Stäuben und Pulvern an, etwa bei der Herstellung von Werkzeugen, Drähten und Rohren. Meist werden die Abfälle verbrannt oder deponiert. Das ist mit hohen Kosten für die Unternehmen verbunden und schadet der Umwelt. Eine Lösung bietet der einzigartige Recyclingprozess der CRONIMET Envirotec GmbH. Das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen bereitet die Abfälle auf und verwertet die Rohstoffe. Mithilfe des weltweit ersten vakuum-thermischen Destillationsprozesses werden im Schlamm flüssige von festen Bestandteilen getrennt. Dabei entsteht neben Öl und Wasser reines Metallpulver, das mit einem organischen Bindemittel in einer neuen Brikettierungsanlage bearbeitet wird. Die Metallbriketts können anschließend in Stahlwerke oder Gießereien zurückgeführt werden. In Form von recyceltem Schleiföl, Rohmetall oder Legierung fließen die Endprodukte wieder in den Stoffkreislauf. Das bedeutet auch eine niedrigere Energiebilanz als bei der Gewinnung von primären Rohstoffen. CRONIMET leistet damit einen wichtigen Beitrag zur angestrebten Zero-Waste-Industrie.

3. Preis:
HASOMED GmbH, Magdeburg, Unfallkrankenhaus (UKB) Berlin
Dr. Rainer Seidl, Matthias Weber, Ingo Heyroth, Patrick Hauff, Andreas Schicketmüller

Innovationstitel: RehaIngest – ein neuer Standard in der Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen

RehaIngest unterstützt Therapeuten und Patienten dabei, Schluckstörungen (Dysphagie) zu bewerten: Mithilfe von fünf nichtinvasiven Elektroden am Hals werden Schlucke automatisch erkannt und analysiert. Dabei verfolgt RehaIngest einen komplett neuen Ansatz: Das mobile System kombiniert Elektromyographie (EMG) und Bioimpedanz (BI). Die bisherigen EMG- Systeme können den Schluck nicht zuverlässig abbilden und erkennen. Niedergelassenen Logopäden fehlt es an geeigneter Messtechnik, um das Schluckverhalten ihrer Patienten eigenständig objektiv zu beurteilen. Nun ist es möglich, in nur wenigen Minuten die Elektroden anzubringen und Patienten durchgängig bis zu acht Stunden zu überwachen, auch zu Hause. Ohne dass Therapeuten anwesend sein müssen, wird das Schluckverhalten während des Essens und Schlafens genauer analysiert. RehaIngest liefert zu jedem einzelnen Schluck zuverlässige Daten über die Kehlkopfhebung, ihre Geschwindigkeit und Dauer. Das neue mobile System der HASOMED GmbH arbeitet automatisch und schnell.


Kategorie: Sonderpreis „Innovativste Projekte in den Bereichen Mobilität und Logistik“:

1. Preis:
TWINNER GmbH, Halle (Saale)
Team TWINNER

Innovationstitel: Digital Twinn® - Der Autoscanner der Zukunft

Visuelle Abbilder eines Fahrzeugs sind nicht neu: Fotos der Außenhülle und des Innenraums sollen die Verkaufsentscheidung erleichtern. Doch die Twinner GmbH in Halle (Saale) geht deutlich weiter – sie digitalisiert das ganze Fahrzeug und erstellt so einen virtuellen „Zwilling“, den Twinner. Er zeigt mehr, als das bloße Auge erkennen könnte. Neben Bilddaten enthält er technische Daten, Markierungen und Analysen. Sie ermöglichen, das Objekt auch aus der Ferne vollständig zu begutachten. So revolutioniert der Twinner die Art, ein Fahrzeug zu betrachten und zu bewerten. Dafür wurde eigens Software und Hardware entwickelt wie der hochmoderne Scanner Twinner Space. Mit ultrahochaufgelösten und optimal ausgeleuchteten 360-Grad- Ansichten von innen, von außen sowie vom Unterboden zeigt er jedes optische Detail. Dellen oder Rost sind am Bildschirm ebenso erkennbar wie Reifenprofiltiefe oder Farbunterschiede im Lack. Anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer werden die technischen Daten und Ausstattungsmerkmale zum Zeitpunkt der Erstauslieferung ergänzt. Alle Informationen werden professionell aufbereitet und in einem Cloud-Speicher abgelegt. Dort sind sie jederzeit verfügbar und zugleich vor dem Zugriff Dritter geschützt. Unabhängig von Ort und Öffnungszeiten können Interessenten über den Kauf entscheiden, Verkäufer das Produkt bewerben oder Gutachter Schäden einschätzen. Letztere Möglichkeit wird mithilfe von künstlicher Intelligenz immer weiter ausgebaut. Das Unternehmen strebt an, das „Twinnen“ bald zum Standard zu machen.

2. Preis:
Black Magic GmbH, ein Tochterunternehmen der Skeleton Technologies Group, Bitterfeld- Wolfen
Ohannes Markarian, Dr. Markus Klose, Dr. Sebastian Pohlmann, Dr. Jaan Leis, Dr. Mati Arulepp, Anti Perkson, Taavi Madiberk

Innovationstitel: Gekrümmtes Graphen für Ultrakondensatoren

Ultrakondensatoren sind Hochleistungsenergiespeicher. Sie speichern zwar weniger Energie als Batterien. Dafür können sie innerhalb weniger Sekunden ge- und entladen werden und dies mehr als eine Million Mal. Die Black Magic GmbH stellt als Unternehmenstochter der Skeleton Technologies GmbH ein besonderes Aktivmaterial für Ultrakondensatoren her: das „Gekrümmte Graphen” oder „Curved Graphene”. Skeleton Technologies ist Europas einziger Hersteller von Ultrakondensatoren und weltweit der einzige Hersteller, der ein eigenes Aktivmaterial verwendet. Regulär erhältliche Ultrakondensatoren verwenden Aktivkohle als Material in der Elektrode. Sie wird aus ungeordneten organischen Materialien wie Kokosnussschalen hergestellt und kann deshalb nicht hinreichend optimiert werden, zum Beispiel hinsichtlich der Porengrößen und - verteilung. Das Material „Curved Graphene” von Black Magic zeigt hingegen eine präzise Porenverteilung. Das erhöht die Fähigkeit der Ultrakondensatoren, Energie zu speichern, um bis zu 100 Prozent. Dafür werden Metallkarbide in poröse Kohlenstoffe umgesetzt. Den Herstellungsprozess haben die Unternehmen speziell auf die Anwendung in Ultrakondensatoren angepasst. Als nächster Schritt sollen in Bitterfeld-Wolfen mehrere Hundert Tonnen pro Jahr energieeffizient produziert werden. Die Produktionskosten sind geringer als die für Aktivkohle. Anfallende Nebenprodukte wie Siliziumtetrachlorid werden in anderen großen Anlagen im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen verwendet.

3. Preis:
Smela - Smart Electric Actuators, ein Gründungsprojekt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, unterstützt von Prof. Dr.-Ing. Roberto Leidhold, dem Transfer- und Gründerzentrum (TUGZ) sowie der Univations GmbH, Halle (Saale)
Dr.-Ing. Denis Draganov, Oleksandr Tyshakin, Benjamin Horn

Innovationstitel: Innovative Linearantriebe - die kompakteste, rein elektrische Alternative zur Pneumatik

Die Industrie benötigt in automatisierten Anlagen kurze lineare Bewegungen, um zum Beispiel ein Werkstück zu fixieren, zu bewegen oder zu verarbeiten. Egal, ob Smartphone, Auto oder Lebensmittel: Fast alle industriell gefertigten Produkte erfahren während des Produktionszyklus einige dieser linearen Bewegungen. Aktuatoren sind Baueinheiten, die elektrische Befehle in mechanische Bewegungen umsetzen. Die linearen Bewegungen werden bisher meist mit pneumatischen Aktuatoren realisiert. Die Kraft wird also durch Luftdruck erzeugt. Dabei gehen jedoch bis zu 95 Prozent der Energie verloren. Außerdem muss die komplexe Druckluftinfrastruktur aus Ventilen, Kompressoren und Schläuchen aufwendig gewartet werden. Smela verfügt über eine patentgeschützte Technologie, die elektrische und mechanische Komponenten in einer Einheit verbindet. Mit ihr ist es gelungen, eine kompakte und rein elektrische Alternative zur Pneumatik anzubieten. Dies spart 75 Prozent der Energiekosten ein. Die Aktuatoren adressieren Anwendungen zum Fixieren, Verstellen, Arretieren und Abfahren beliebiger Bewegungsprofile. Sie können für einfache bis komplexe Mobilitätsanwendungen eingesetzt werden – in Fertigungsstraßen, Werkzeugmaschinen, in der Verpackungsindustrie oder der Logistik. Die Aktuatoren sind bis zu siebenmal kompakter und damit platzsparender als bisherige Alternativen. Daher können sie auch in Systeme eingebaut werden, für die bisher keine Lösungen existierten, zum Beispiel Kommissionier-Systeme für Apotheken.


Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums unter: www.twitter.com/mwsachsenanhalt und https://www.instagram.com/mw_sachsenanhalt/.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Endspurt für „Hugo-Junkers-Preis 2019“: Willingmann und Vorjahressieger rufen zu Bewerbung auf


Magdeburg, 27. September 2019

Noch bis 1. Oktober bewerben // Insgesamt 80.000 Euro Preisgeld

„Die Teilnehmer und Preisträger der vergangenen Jahre haben eindrucksvoll bewiesen, wie viel Potenzial und Innovationskraft in unserem Land steckt. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen haben sich mit großartigen Entwicklungen und Produkten beworben. Ich bin sicher, dass wir auch in diesem Jahr wieder staunen dürfen“, betont Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann. Die bislang gut 40 eingereichten Bewerbungen um den „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2019“ seien sehr vielversprechend. Der Wettbewerb des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert und unterstützt Ideenschmieden in Sachsen-Anhalt in ihrer Entwicklung. 

Dass sich eine Bewerbung um den Hugo-Junkers-Preis lohnt, verdeutlicht auch der Vorjahressieger und Geschäftsführer der halleschen DENKweit GmbH, Dr. Dominik Lausch. Er ist 2018 mit seinem Team in der Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“ für die Innovation: „Kontaktlose, ortsaufgelöste Analyse von elektrischen Strömen für die Massenproduktion“ ausgezeichnet worden, die u.a. im Bereich Elektro-Mobilität und in der Solarindustrie zum Einsatz kommt.

 „Der Hugo-Junkers-Preis im vergangenen Jahr war für uns zum einen eine echte Würdigung unserer Arbeit der vergangenen Jahre. Gleichzeitig unterstreicht der Preis auch, dass wir mit unseren Dienstleistungen eine hohe Qualität erreichen und preiswürdiges Know-how demonstrieren; und das wird auch vom Kunden anerkannt. Ich kann wirklich jedem mit gutem Gewissen den Hugo-Junkers-Preis empfehlen. Nicht nur wegen des attraktiven Preisgeldes, sondern vielmehr auch wegen der hohen Außenwirkung und Wahrnehmung, die wir dadurch bekommen haben“.

Die DENKweit GmbH hat ein einzigartiges Verfahren entwickelt, um lokal fließende Ströme zu bewerten. Das Unternehmen liefert für elektrische Bauteile oder Baugruppen eine Lösung, die schnell und zuverlässig bisher unsichtbare Abweichungen erkennt und sich aufgrund ihrer hohen Dynamik in Produktionen integrieren lässt. Insbesondere in den stark wachsenden Märkten der Elektro-Mobilität, der Solarindustrie und der Leistungselektronik zeigt sich eine hohe Nachfrage. 

Nur noch bis zum 1. Oktober 2019 haben kluge Köpfe, Tüftler, Entwickler und Forscher aus Sachsen-Anhalt Gelegenheit, sich mit ihren Erfindungen zu bewerben. Gesucht werden raffinierte Projekte, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle aus Wissenschaft, Forschung Industrie und Handwerk. Mit dem Sonderpreis „Innovativste Projekte aus den Bereichen Mobilität und Logistik“ werden erstmals Vertreterinnen und Vertreter einer stark wachsenden Branche angesprochen, die mit ihren innovativen Ideen entscheidende Impulse für die Mobilität der Zukunft liefern dürften.

Weitere Informationen zum „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2019“, zu den Teilnahmebedingungen und Jurymitgliedern finden Sie online unter www.hugo-junkers-preis.de. Die Jurysitzung und die Präsentation der Finalisten findet am 14. November in der Nationalen Akademie der Wissenschaften – Leopoldina in Halle (Saale) statt, die Preisverleihung am 4. Dezember im Technikmuseum „Hugo Junkers“ in Dessau-Roßlau.

Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums unter:
www.twitter.com/mwsachsenanhalt und https://www.instagram.com/mw_sachsenanhalt/.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Startschuss für „Hugo-Junkers-Preis 2019“ /
In diesem Jahr erstmals mit Sonderpreis Mobilität und Logistik


Staatssekretär Ude: „Innovationsfähigkeit entscheidet maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes“

Magdeburg, 23. Mai 2019

Bewerbungen bis 1. Oktober / 80.000 Euro Preisgeld / 4 Kategorien

Im Rahmen des 11. VDI-Forums „Wirtschaft – Wissenschaft“ in Schönebeck erfolgte am heutigen Donnerstag der Start der offiziellen Bewerbungsphase für den diesjährigen „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ durch Staatssekretär Dr. Jürgen Ude.

Mit dem Schwerpunkt „Automatisiertes Fahren & E-Mobilität – Lösungen der Mobilität von morgen und ihr Einfluss auf die Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie“ reflektierte das Programm des VDI-Forums ein bedeutendes Zukunftsthema, das bereits aktuell unmittelbare Auswirkungen auf Automobilunternehmen und die Zulieferindustrie erkennen lässt.

„Sachsen-Anhalt ist gerade im Bereich Mobilität und Logistik gut aufgestellt. Für diesen Zukunftsmarkt gibt es im Land besondere Kompetenzen und Leistungen in Wirtschaft und Wissenschaft. Mit der erstmaligen Auslobung der Sonderkategorie ‚Mobilität und Logistik‘ beim diesjährigen Hugo-Junkers-Preis wollen wirInnovatoren, Querdenker und Tüftler aus diesem Bereich entdecken und deren herausragenden Leistungen sichtbar machen“, so Staatssekretär Ude. 

Bis zum 1. Oktober haben Unternehmen und Institutionen Gelegenheit, sich in den verschiedenen Kategorien mit ihren Innovationen „made in Sachsen-Anhalt“ zu bewerben. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr: 

  • Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,

  • Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,

  • Innovativste Projekte der angewandten Forschung,

  • SONDERPREIS: Innovativste Projekte aus den Bereichen Mobilität und Logistik

Der Hugo-Junkers-Preis 2019 ist mit insgesamt 80.000 Euro Sachsen-Anhalts höchst dotierter Innovationspreis. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Preise werden am 4. Dezember 2019 verliehen. Weitere Informationen zur Bewerbung sowie zum Preis, der seit 1991 vergeben wird, gibt es unter www.hugo-junkers-preis.de.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Innovationen und kluge Köpfe werden geehrt: Die 20 Finalisten stehen fest – Willingmann verleiht Hugo-Junkers-Preis 2018 in Magdeburg

Magdeburg, 29. November 2018

Minister zeichnet Kreativität und Zukunftsfähigkeit heimischer Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus. 

82 zukunftsweisende Projekte und Produkte aus dem gesamten Land wurden beim „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2018“ eingereicht. Die Jury hat getagt; 20 Bewerbungen haben es nun in die finale Runde geschafft. "Überzeugende Ideen, engagierte Innovationen und Umsetzungen kennzeichnen diesen Wettbewerb. Bemerkenswert ist vor allem die große Bandbreite an innovativen Ideen aus zahlreichen Technologiefeldern", fasst die Juryvorsitzende Prof. Dr. Sylvia Rohr, (Geschäftsführerin Stuttgarter Graduate School of Excellence advanced Manufacturing Engineering GSaME), zusammen.

 "Wir wollen diesen Preis, weil wir für unser junges Unternehmen ganz viel Öffentlichkeit brauchen", begründet Dr. Dominik Lausch, Geschäftsführer des Hallenser Startup DENKweit, die Bewerbung seines Unternehmens. 12 der Finalisten werden am 12. Dezember im Veranstaltungszentrum „halber 85“ in Magdeburg ausgezeichnet. Erst dann wird bekannt gegeben, wer die jeweils ersten drei Plätze in den vier Kategorien belegt. In kurzen Präsentationen werden sich die 20 Finalisten ab 16 Uhr im Rahmen einer Begleitausstellung vorstellen.

Im Anschluss wird Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen Anhalt, die besten Leistungen aus Wirtschaft und Wissenschaft 2018 auszeichnen: „Wenn es um Innovationen ‚Made in Sachsen-Anhalt‘ geht, ist der Hugo-Junkers-Preis die erste Adresse. Ich freue mich darauf, kluge Köpfe und innovative Ideen aus Sachsen-Anhalt zu würdigen. Wer hier nicht dabei ist, der hat wirklich etwas verpasst.“ 

MedienvertreterInnen sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen! 
Wo: halber 85, Halberstädter Straße 85, 39112 Magdeburg  Wann: Mittwoch, 12. Dezember 2018
16:00 Uhr   Finalisten-Präsentation mit dem Schirmherren, Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft  und Digitalisierung des Landes Sachsen Anhalt
16:45 Uhr   Beginn der Preisverleihung Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an der Preisverleihung teilnehmen werden.
Anmeldungen bitte an: frauke.flenker-manthey@img-sachsen-anhalt.de

Gern stellen wir Kontakt zu den Finalisten her, wenn Sie im Vorfeld der Preisverleihung über die bemerkenswerten Ideen aus Ihrer Region berichten möchten. Bleiben Sie gespannt und seien Sie uns herzlich willkommen! 

Hintergrund: Seit nunmehr 27 Jahren lobt das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung den Innovationspreis aus. Mit dem „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ soll die Leistung innovativer Unternehmer/innen und Wissenschaftler/innen ausgezeichnet sowie ihre Arbeit unterstützt werden. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 EUR dotiert.

Gesucht wurden junge Unternehmen, die mit ihren Visionen, ihrem kreativen Denken sowie mit ihren innovativen Geschäftsmodellen und Strategien neue Produkte und Dienstleistungen für neue Märkte schaffen oder bestehende Märkte verändern. Bei den Bewerbungsgegenständen sollte es sich um marktreife Innovationen handeln. Die diesjährigen Sonderpreise werden in der Kategorie „Innovativste Projekte der Ernährungswirtschaft“ vergeben.

Die Jury: 

  • Vorsitzende Prof. Dr. Sylvia Rohr, Geschäftsführerin der Stuttgarter Graduate School of Excellence advanced Manufacturing Engineering GSaME; 
  • Prof. Dr. Mirko Peglow, Technischer Geschäftsführer der Pergande Gruppe; 
  • Prof. Dr. Jörg Hinrich Hacker,Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina; 
  • Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS;
  • Prof. Dr. Ingo Schellenberg, Geschäftsführender Direktor des „Center of Life Sciences“ der Hochschule Anhalt;
  • Prof. Dr.-Ing. Harald Goldau, Prorektor für Forschung, Entwicklung und Transfer an der Hochschule Magdeburg-Stendal;
  • Prof. Dr. Gabriele Stangl, Institut für Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
  • Dr. Jan Alberti, Vorstand der bmp Ventures AG; 
  • Dr. Franziska Krüger, Referatsleiterin im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung.

Zu den Partnern des Preises gehören unter anderem die Handwerkskammern Magdeburg und Halle, die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau sowie die Metropolregion Mitteldeutschland. 

Die 20 Finalisten des „Hugo-Junkers-Preises für Forschung undInnovation aus Sachsen-Anhalt 2018“ in der Reihenfolge der Präsentation im Rahmen der Jurysitzung vom 14.11.2018:

/// Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pharmazie, Prof. Dr. Andreas Hilgeroth
Innovationstitel: Antibakterielle Moleküle mit neuem Wirkprinzip gegen multiresistente Keime: Die Wissenschaftler erforschen synthetisch herstellbare Moleküle, die ein zentrales Enzym des bakteriellen (Energie)Stoffwechsels adressieren und dadurch eine antibakterielle Wirkung erzielen. Das ist relevant, da Antibiotikaresistenzen zunehmen und die Pharmaindustrie die Erforschung von Antibiotika-Alternativen weitgehend eingestellt hat. Anders als naturstoffliche Alternativen können die Moleküle günstig synthetisiert und in großen Mengen  produziert werden.

Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN), Magdeburg, Dr. Birgit Michels
Innovationstitel: Ferulasäure-Eicosylester (FAE-20) zur Erhaltung der Gedächtnisleistung im Alter: Die Substanz FAE-20 aus Rosenwurz erhöht die Gedächtnisleistung im Alter um ein Drittel und beugt so Demenz vor bzw. macht sie behandelbar. Bei Fliegenlarven konnte diese Wirkung bereits nachgewiesen werden. Ziel ist die Entwicklung eines Medikamentes, gegen den Verlust der Merkfähigkeit, das gleichzeitig die Verbindung von Nervenzellen wiederherstellen kann. Bisherige Methoden setzen auf Bewegung und Pflanzenextrakte, bei denen die Dosierung schwierig bzw. Wechselwirkungen mit anderen Inhaltsstoffen nicht ausgeschlossen werden können.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Sven-Erik Behrens, Dr. Torsten Gursinsky
Innovationstitel: Neues Verfahren zur Protektion / ‚Impfung‘ von Pflanzen gegen Pathogene: Verfahren, mit dem esiRNA (effective small interfering RNA) in Pflanzen eingebracht wird, um eine effektive Immunantwort gegen Pathogene wie Viren, Pilze und Würmer zu stimulieren. Dadurch kann der Einsatz von genetisch veränderten Pflanzen und Pestiziden verringert werden. Während die Wirkungsweise von RNA bereits bekannt ist und z.T. eingesetzt wird, ist diese Methode die erste, die die tatsächlich wirksamen Enzyme (daher die Abkürzung e) identifizieren, isolieren und einsetzen kann.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dipl.-Ing. Markus Wilke
Innovationstitel: X-ELMA – Röntgenfluoreszenz-Elementanalyse für Lichtmikroskopische Anwendungen: Zusatz für konventionelle Lichtmikroskope, der nicht nur die Mikrostruktur, sondern auch die chemische Beschaffenheit eines Objekts bestimmbar macht. Die Anlage ist kompakt (Kristall entspricht der Größe eines 10-Cent-Stücks), auf prinzipiell alle technisch relevanten Elemente in weitem Ordnungszahlenbereich anwendbar (auch auf nicht-vakuumstabile, feuchte und ölige) und bei gleichbleibender Temperatur strahlungsfrei.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Team INKA – Intelligente Katheter, M.Sc. Rainer Landes
Innovationstitel: Neue Methode zur individualisierten Bestimmung des Bestrahlungszeitpunktes für die Photodynamische Therapie: Neu entwickeltes Verfahren, bei dem auch bisher schwer behandelbare tiefliegende Tumore durch die Verwendung optischer Fasern gemessen und photodynamisch bestrahlt können. Das dabei verwendete Filterfluorometer erlaubt zudem das Finden des idealen Zeitraums für die Therapie.

/// Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ 

Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie,Dr. Mirko Buchholz, Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth
Innovationstitel: Entwicklung eines hochspezifischen Antibiotikums zur Behandlung von Parodontitis: Lokal wirkendes Antibiotikum gegen die Volkskrankheit Parodontitis, die ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Schlaganfall oder Demenz nach sich zieht. Dabei werden die Enzyme gehemmt, mittels derer die Mikroben das Eiweiß des Wirtes abbauen. Es werden nur die Bakterien bekämpft, die dieses Enzym produzieren; alle anderen erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil und der Biofilm bzw. die Darmflora des Patienten wird gesund erhalten. Das vorgeschlagene Antibiotikum stellt einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit in alternden, sitzenden Gesellschaften mit hohem Zuckerkonsum und der Gefahr von Antibiotika-Resistenzen dar.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Intelligente Katheter (INKA), Master Ali Pashazadeh
Innovationstitel: RADPrint – RADionuclide PRINTing (3D-Druck von Patches für individuelle Strahlentherapie): Für äußerliche Tumore bei weißem Hautkrebs, bei denen herkömmliche Strahlentherapien nicht möglich sind oder deren Entfernung massive ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge hätten, werden mit radioaktiven Partikeln beschichtete, individuell dosierte und durch 3D-Druck an die Form des Tumors angepasst Pflaster verwendet. Dadurch werden individualisierte Therapien unterstützt, Nebenwirkungen und Aufwand für den Patienten minimiert und Schäden an gesunden Geweben vermieden. Die Innovation leistet einen Beitrag zur zukunftsfähigen personalisierten Medizin. 

Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS),
Dr. Christian Thieme

Innovationstitel: Neuartige Glaskeramik mit niedriger Wärmedehnung: Negativ dehnende Silicate zum Einsatz in neuartigen Glaskeramiken mit niedriger Wärmeausdehnung für günstigere Herstellungsprozesse und neue Anwendungsfelder in Hightech-Produkten und im Massenmarkt (z.B. für Cerankochfelder).

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Karsten Mäder; Innovationstitel: Lipidnanopartikel: Neue Adjuvantien mit hoher Stabilität, Effektivität und Verträglichkeit: Adjuvans (Wirkverstärker für Impfstoffe) auf Nanopartikelbasis, das anders als bisherige Produkte sehr verträglich ist, eine hohe Wirksamkeit erzielt und als trockenes Pulver für einige Monate bei Raumtemperatur (25°C) gelagert werden kann. Das ist von besonderer Relevanz für Anwendungen, in denen zur Impfung von Tieren oder Menschen kein flüssiges Adjuvans genutzt werden kann. Aufgrund der einfachen Lagerung sind die Wirkverstärker besonders interessant für die Landwirtschaft und den Einsatz in Entwicklungsländern.

Hochschule Magdeburg-Stendal, Dr.Ing. Ronny Stolze, Tobias Tute, Arvid Goldau;
Innovationstitel: Kombi-Fin-Technologie: Neuartige Hochleistungs-Präzisionstechnologie, die durch Integration in CNC-Fräsmaschinen die präzise Bearbeitung eines breiteren Spektrums von Bauteilen zulässt und manuelle Nachbearbeitung überflüssig macht.

/// Kategorie „Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“ 

DBF Deutsche Basalt Faser GmbH, Sangerhausen,
Innovationstitel: Alkalisch resistente Basaltfaser für Bauanwendungen: Basaltfaser (aus geschmolzenem Basalt) zum Einsatz als Bewehrung in Betonstrukturen. Die Faser verursacht einen geringeren CO2-Ausstoß in der Herstellung als andere Bausubstanzen und weist eine geringe Alkaliresistenz auf. Eine Einsatzmenge von 5kg/m³ ersetzt im Beton die Menge von 30kg/m³ bei Stahlfasern. Nach Zerkleinerung kann die Faser als normaler Bauschutt entsorgt werden. Sie liefert somit einen Beitrag zu umweltfreundlicher Bauweise.

Embever GmbH, Magdeburg;
Innovationstitel: Embever Core Middleware - Cloud-basierte Middleware, die Entwicklern die Möglichkeit bietet, batteriebetriebene „Internet of Things“-Geräte energieeffizient und einfach mit ihren Webanwendungen zu verbinden und darüber zu steuern. Embever stellt Firmware- und Hardwarekomponenten für die Geräte bereit, damit diese mit der Embever Core Middleware kommunizieren können. Die dazugehörige Firmware versetzt Geräte in einen Deep-Sleep-Modus, in dem sie sich ohne Datenverlust nur von Zeit zu Zeit mit der Middleware synchronisieren. Dadurch werden eine extrem hohe Energieeffizienz erreicht und Kosten gespart. Aufgrund der Vernetzung der Geräte über Mobilfunk bzw. NB-IoT-Technologie (bzw. Datenübertragung über UDP) sind die Geräte zudem unabhängig von WLAN und Kabelinfrastruktur (und z.B. frei beweglich). Dadurch entfällt auch die Notwendigkeit eines Netzwerkes von Installationstechnikern.

Vesputi GmbH, Magdeburg; 
Innovationstitel: Vesputi – die detaillierteste Mobilitätskarte: App für Multimodalität: Schwerpunkt ist nicht die Verbindung per se (wie in den meisten anderen Apps), sondern die präzise Darstellung der Wege beim Umsteigen. Angezeigt werden z.B. die exakte Position der Haltestellen, Ticketautomaten und auch ankommende Fahrzeuge in Echtzeit. Die App läuft bereits in Kooperation mit den städtischen Verkehrsbetrieben in Halle.  

Soex Recycling Germany GmbH, Bitterfeld-Wolfen;
Innovationstitel: Erste typenunabhängige Schuhrecyclinganlage der Welt: Die weltweit erste Schuhrecycling-Anlage, in der die Altschuhe in ihre Materialien zerlegt und diese zu Pulver oder Granulat zerkleinert und weiterverarbeitet werden. Dadurch entstehen "closed loops" und die Abfallproduktion in Deutschland verringert sich. Das fördert Nachhaltigkeit in allen 3 Dimensionen – ökologisch, ökonomisch und durch die Schaffung von Arbeitsplätzen auch sozial. Das Verfahren ist seit 6. Juni 2018 am Markt.

/// Sonderpreis: Innovativste Projekte der Ernährungswirtschaft:

Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Projekt Hülsenreich, Emilie Wegner;
Innovationstitel: Hülsenreich: Snacks (Tortilla Chips und Dips) aus Hülsenfrüchten, die aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes als gesundheitlich sehr wertvoll eingestuft und in Bioqualität regional in Sachsen-Anhalt produziert werden können. Bisher gelten Hülsenfrüchte als "unattraktiv", durch Verwendung als Basis zubereitungsarmer, "moderner" Snacks können sie trotzdem stärker in die alltägliche Ernährung eingebunden werden und so einen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung sowie zur ökologischen Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt leisten. Die Markteinführung ist geplant im Frühjahr 2019 in Biomärkten, über eine eigene Homepage und im Lebensmitteleinzelhandel.

Knufmann GmbH, Klötze, Kirstin Knufmann;
Innovationstitel: Bobei – Backen ohne Butter und Ei: Mehl aus der Mikroalge Goldene Chlorella, das als Ei- und Butterersatz beim Backen, für Eis etc. verwendet werden kann. Algen werden mittels Mikrofermentation durch das Unternehmen selbst gezüchtet, wachsen sehr schnell nach und sind nährstoffreich. Durch Zugabe des Mehls können nicht nur vegane Backergebnisse erzeugt, sondern "nicht-vegane" auch nährstofftechnisch und gleichzeitig geschmacksneutral aufgewertet werden. Das Produkt ist auf dem Markt seit 2016 und wurde bereits mit dem „Vegan Innovation Award“ ausgezeichnet.

Malzit Steffi Tomljanovic;
Innovationstitel: Malzit – Brotaufstrich aus Malz: Überschüssige Maische aus Brauereien wird als Grundstoff für zuckerarme (und alkoholfreie) Brotaufstriche in verschiedenen Geschmacksrichtungen verwendet, die auch ungekühlt haltbar sind. Durch die Nutzung sowieso anfallender Maische weist das Produkt eine gute Ökobilanz auf und kann als Schritt zur Kreislaufwirtschaft betrachtet werden.

Se ma Gesellschaft für Innovationen mbH, Karin Rauch; Innovationstitel: Depotfolie zur Wachstumsregulierung von Kartoffeln in der großtechnischen Lagerung – TUBERSERV: Folien, die mit dem Wachstumsregulator CIPC beschichtet sind und Kartoffeln sowie anderes Gemüse länger haltbar machen. Bisher werden die Nahrungsmittel alle 4-6 Wochen mit dem gleichen Stoff vernebelt, der jedoch als krebserregend eingestuft ist und nur bis zu einem bestimmten Grenzwert mit den Nahrungsmitteln in Berührung kommen darf. Die Folien senken die Belastung mit diesem Stoff (95%-ige Unterschreitung des Grenzwertes), da sie nicht in direkten Kontakt dazu gelangen. Gleichzeitig gewährleisten sie eine ebenso lange Lagerung, sind kostengünstiger und weniger aufwändig als bisherige Verfahren.

83 Wettbewerbsbeiträge für den Hugo-Junkers-Preis 2018

Magdeburg, 8. Oktober 2018

13 Bewerbungen um den diesjährigen Sonderpreis für die innovativsten Projekte der Ernährungswirtschaft

Den Startschuss für die diesjährige Runde des etablierten Preises hatte Staatssekretär Dr. Jürgen Ude beim Biotechnologie-Unternehmen Nh Dyeagnostics, das vor zwei Jahren zu den Preisträgern gehörte, gegeben. Dort rief er Wissenschaftler, Unternehmer und Gründer dazu auf, sich mit ihren Forschungsprojekten, Produkten und Dienstleistungen zu bewerben: 

83 Projektgruppen – Unternehmer und Forschende – sind diesem Aufruf gefolgt und schicken ihre kreativen, zukunftsweisenden Produkte, Technologien und Dienstleistungen ins Rennen um den mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt. 

Alle eingereichten Projekte müssen marktreife Innovationen sein, die einen einzigartigen Kundennutzen bieten oder bestehende Produkte nachweislich verbessern. Sowohl Neulinge als auch namhafte Innovatoren haben ihren Hut um den begehrten Preis in den Ring geworfen.

Die Bewerbungen kommen aus Halle, Magdeburg, Klötze, Merseburg, Sangerhausen,  Köthen, Dessau-Roßlau, Aschersleben, Gräfenhainichen, Bitterfeld-Wolfen, Coswig,  Barleben, Wernigerode Laucha / Unstrut, Arnstein / OT Bräunrode, Gommern, Güsten, Havelberg,  Weißenfels, Colbitz, Teutschenthal, Niedere Börde OT Gersdorf und Brehna. Bewerbungen gibt es aus folgenden Wirtschafts- und Wissenschaftsbereichen: Automotive, Life Science, Chemie und Kunststoffe, IT, Energie, Umwelt, Biotechnologie, Ernährung und Medizin.

Die Jury unter Vorsitz von Frau Prof. Dr.-Ing. Sylvia Rohr wird am 14.November 2018 in Halle (Saale) tagen und die Finalisten/innen festlegen.

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr:

  • Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,

  • Innovativste Projekte der angewandten Forschung,

  • Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,

  • Als Sonderpreis 2018: Innovativste Projekte der Ernährungswirtschaft.

Der Hugo-Junkers-Preis 2018 ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Preise werden am 12. Dezember 2018 in Magdeburg verliehen. Weitere Informationen  zum Preis gibt es unter www.hugo-junkers-preis.de

 Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Ude gibt Startschuss für Hugo-Junkers-Preis: "Gespannt auf Ideen und kluge Köpfe"

Magdeburg, 11. Juni 2018

Bewerbungen bis 1. Oktober / 80.000 Euro Preisgeld / 4 Kategorien

Auf ein Neues! Staatssekretär Dr. Jürgen Ude hat heute in Halle (Saale) den Startschuss für den Hugo-Junkers-Preis 2018 gegeben.
Beim Biotechnologie-Unternehmen NH DyeAGNOSTICS, das vor zwei Jahren zu den Preisträgern gehörte, rief er Wissenschaftler, Unternehmer und Gründer dazu auf, sich mit ihren Forschungsprojekten, Produkten und Dienstleistungen zu bewerben:„Der Hugo-Junkers-Preis ist ein Aushängeschild für den Innovationsstandort Sachsen-Anhalt. Wer hier teilnimmt oder sogar ausgezeichnet wird, zählt zu den Innovations-Leuchttürmen in unserem Land. Wir sind gespannt auf neue kreative Ideen und die klugen Köpfe dahinter. Eine Bewerbung lohnt sich!“

Bis zum 1. Oktober werden wieder Innovationen „made in Sachsen-Anhalt“gesucht. Dabei existieren einige Neuerungen: Es gibt weniger Kategorien und der Juryvorsitz wechselt. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr:

  • Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung,

  • Innovativste Projekte der angewandten Forschung,

  • Innovativste Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle,

  • Als Sonderpreis 2018: Innovativste Projekte der Ernährungswirtschaft.

Der Hugo-Junkers-Preis 2018 ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Die drei Gewinner jeder Kategorie erhalten 20.000 Euro – 10.000 Euro gibt es für den 1. Platz, 7.000 Euro für den 2. Platz und 3.000 Euro für Platz 3. Die Preise werden am 12. Dezember in Magdeburg verliehen. Weitere Informationen zur Bewerbung sowie zum Preis, der seit 1991 vergeben wird, gibt es unterwww.hugo-junkers-preis.de.

Der Ort für den Start der Wettbewerbsrunde 2018 war bewusst gewählt. Denn mit der in Kürze beginnenden Fußballweltmeisterschaft rückt – wie bei jedem sportlichen Großereignis auch – das Thema Doping wieder in den Vordergrund. NH DyeAGNOSTICS ist Doping-Sündern seit Jahren auf der Spur und erhielt den Hugo-Junkers-Preis vor zwei Jahren für eine neuartigen Technologie zum Nachweis kleinster Konzentrationen beim so genannten EPO-Doping. Von der Auszeichnung profitiert das Unternehmen noch heute:„Der Hugo-Junkers-Preis hat für uns dazu beigetragen, unseren Ideenfindungsprozess zu konzentrieren, und bietet neben Preisgeld ein umfangreiches Netzwerk, dass es uns ermöglicht, zukunftsfähige Projekteauch in größeren Teams zu entwickeln und auf den Markt zu bringen“, sagte Geschäftsführer und Gründer Dr. Jan Heise.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie HIER.

Presseeinladung: Auftakt Hugo-Junkers-Preis 2018

Magdeburg, 7. Juni 2018

„Doping-Sündern auf der Spur“: Ude gibt Startschuss für Hugo-Junkers-Preis 2018

In einer Woche beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Wie bei fast jedem internationalen Sport-Großereignis rückt dann auch wieder das Thema Doping in den Vordergrund. Mit einer Innovation „made in Sachsen-Anhalt“ ist Dr. Jan Heise aus Halle (Saale) Doping-Sündern auf der Spur. Dafür erhielt er mit seinem Unternehmen NH DyeAGNOSTICS vor zwei Jahren den „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ – ein guter Ort also, um die diesjährige Wettbewerbsrunde einzuläuten.

In der kommenden Woche geben Staatssekretär Dr. Jürgen Ude und der Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG), Thomas Einsfelder, den Startschuss für den Hugo-Junkers-Preis 2018 – und werfen zugleich einen exklusiven Blick in die Welt der Dopingbekämpfung.

Sie sind herzlich eingeladen zum Pressegespräch!

WANN? Montag, den 11. Juni 2018, 14:00 Uhr

WO? NH DyeAGNOSTICS GmbH, Weinbergwerg 23, 06120 Halle

Sie möchten dabei sein? Dann senden Sie Ihre Anmeldung bitte bis zum 10. Juni 2018 per E-Mail an: info@hugo-junkers-preis.de.

Die aktuelle Presseeinladung als PDF finden Sie HIER.